Der Mäusebussard attackierte Remo M. kurz, aber heftig. Von hinten schoss der Greifvogel heran, versenkte seine Krallen im Hinterkopf des Joggers und flog wieder davon. Der 22-jährige trug blutige Kratzspuren am Hinterkopf und einen Schrecken davon. Mittlerweile ist die Wunde verheilt und der Jogger hat sich vom kleinen Schock erholt.

Nicht die erste Attacke im Warmloo

Dass es der Mäusebussard von Rudolfstetten mit dem Schutz der eigenen Brut sehr genau nimmt, zeigt eine Warntafel. Mitarbeiter des Werkhofs haben diese bereits vor rund einem Monat angebracht, weil sie von einem Ehepaar auf die Gefahr aufmerksam gemacht wurden.

Auch das Ehepaar wurde vom Greifvogel angegriffen, als es durch das Waldstück nahe der Sportanlage Burkertsmatt gejoggt ist. Auf der Vorderseite warnt die Tafel vor Bussardattacken, auf der Rückseite hängt ein Merkblatt der Schweizerischen Vogelwarte mit Hintergrundinformationen.

Jogger, nehmt euch in Acht vor diesem Vogel

Jogger, nehmt euch in Acht vor diesem Vogel

Im Merkblatt ist von «unerwarteten Angriffen» die Rede. Dass der Angriff absolut unerwartet erfolgte, bestätigt Remo M., der mit Musik in den Ohren joggte und deshalb weder Vogelschreie noch Flügelschläge hörte, sondern plötzlich «wie von einem Stein» getroffen wurde. «Der Bussard ist von hinten auf mich zugeflogen, ich hatte keine Chance ihn zu sehen», so der Jogger.

Bussardangriffe erfolgen laut der Vogelwarte meist von Mai bis Juli, wenn die Vögel Junge haben. Treten die Jogger in einen Bereich von rund 500 Metern um den Bussard-Horst ein, begeben sie sich in die Gefahrenzone.

Remo M. hat es vergleichsweise schwer erwischt. Normalerweise belassen es die Vögel bei Scheinangriffen, um die vermeintlichen Angreifer in die Flucht zu schlagen. Flucht ist allerdings nur bedingt eine gute Idee. Sinnvoller ist der geordnete Rückzug. Angriffe auf Spaziergänger sind bisher nicht bekannt.

Jogger, die Kenntnis von einem Mäusebussard auf ihrer Joggingroute haben, sollten die Abschnitte meiden oder eine kurze Rennpause einlegen. Wer trotzdem getroffen wird und eine blutende Wunde vom Angriff davonträgt, lässt sich beim Hausarzt gegen Starrkrampf impfen.

Menschen in Gefahr, nicht Hunde

Remo M. war glücklicherweise bereits gegen Starrkrampf geimpft und die Wunde ist bereits wieder verheilt. Künftig will er die Stelle im Warmloo-Wald ganz meiden, um einem weiteren Angriff aus dem Weg zu gehen. Ausserdem schlägt er vor, das Warnschild mit der klaren Ansage zu ergänzen, dass es sich bei besagten «Bussardattacken» um Attacken auf Menschen handelt.

Remo. M. hatte die Warnschilder im Warmloo nämlich gesehen, dachte aber, sie richteten sich an Hundehalter, die ihre kleinen Vierbeiner an die Leine nehmen sollten.

Erstaunt war der junge Mann auch darüber, dass der Bussard zwar nur einmal angegriffen hat, aber nachher von Baum zu Baum den Rückzug des Joggers begleitet hat. Möglicherweise hätte eine der zahlreichen Kreativ-Verteidigungsstrategien aus dem Internet weitergeholfen.