Wohlen

Jörg Baumann (ba) bleibt der az Freiamt erhalten

Jörg (ba) Baumann vor dem Isler-Manufakturgebäude in Wohlen. ba

Jörg (ba) Baumann vor dem Isler-Manufakturgebäude in Wohlen. ba

Auch nach der Pensionierung schreibt Jörg Baumann weiter – (ba) wird künftig Senior Editor. Ein Rückblick auf ein Leben für die Sprache.

Heute feiert Jörg Baumann seinen 65. Geburtstag – in den Ruhestand tritt er aber noch nicht. Der langjährige Redaktor bleibt der az Freiamt als Senior Editor erhalten und wird seine immense Erfahrung auch künftig einbringen. Für viele wäre es wohl auch unverstellbar, dass Jörg Baumann nicht mehr aktiv wäre. Seit mehr als 40 Jahren ist (ba), dessen Kürzel ein Begriff ist, als Journalist in Wohlen und Umgebung tätig.

Für den Sohn eines Schriftsetzers beim Wohler Anzeiger war schon früh klar, dass sein Beruf etwas mit Sprache zu tun haben sollte. Schon mit rund fünf Jahren konnte Jörg Baumann lesen und schreiben, in der Schule war Deutsch sein Lieblingsfach, und während der KV-Ausbildung bei der Cellpack in Wohlen war Eugen Bischof, Rektor und Deutschlehrer, eine wichtige Bezugsperson.

Journalismus als Traumberuf

Noch vor seinem 20. Geburtstag ging sein Berufstraum in Erfüllung. Nach ein paar Monaten als kaufmännischer Angestellter erfuhr Jörg, dass beim Wohler Anzeiger eine Stelle frei wurde. Er bewarb sich und gehört seither zur schreibenden Zunft – inzwischen ist der Wohler der Doyen unter den Freiämter Journalisten.

Aufgrund seiner Kinderlähmung war (ba) zeitlebens auf Krücken angewiesen. Davon lässt sich der Lokaljournalist aber nicht bremsen, er war und ist immer zur Stelle, wenn in der Region etwas läuft. Kurz gesagt: (ba) ist ein absoluter Vollblutjournalist mit immenser Erfahrung.

Anekdoten gibt es einige in der Karriere von (ba) – zwei seien hier erwähnt. In den ersten Berufsjahren schrieb er die Artikel per Schreibmaschine auf der Rückseite von Blättern, auf denen die Agenturmeldungen ankamen. Als er die Bilder für eine Reportage über die Wohler Partnergemeinde Lermoos entwickeln wollte, fiel ihm der Film in die falsche Flüssigkeit – natürlich fuhr Jörg am nächsten Tag nochmals ins Tirol.

(ba) hat in seinen 40 Jahren als Journalist – 1988 wechselte er zum Aargauer Tagblatt, seit 1996 ist er für die az Aargauer Zeitung tätig – unzählige Themen behandelt. Sein spezielles Interesse galt der Gerichtsberichterstattung, historischen Themen und Menschen, die etwas Spezielles zu erzählen hatten.

«Da scheiden sich die Magensäfte»

Auch heikle Themen scheute (ba) nicht: Er begleitete die Debatte über die Ferrowohlen, die zwar Arbeitsplätze für die Gemeinde, aber auch Lärm und Luftverschmutzung mit sich brachte. (ba) war mittendrin in der Diskussion um den Abriss des alten Wohler Gemeindehauses – er gab damals gar ein Radio-Interview zu diesem Thema. Im politischen Journalismus erlebt er das Ende der Parteizeitungen und die Öffnung der Blätter für das ganze politische Spektrum. Auch für Kultur interessierte sich (ba), und er scheute sich auch nicht, Kritik zu üben: «Da scheiden sich die Magensäfte», lautete ein legendärer Satz zu einer verunglückten Aufführung im Bremgarter Kellertheater.

Für die az ist (ba) ein sehr wertvoller Mitarbeiter. Seine grosse Einsatzbereitschaft, seine profunden Kennt-nisse der lokalen Gegebenheiten, seine Ideen für Geschichten und sein trockener Humor werden auf der Redaktion sehr geschätzt. Und vielleicht geht ja sein lang gehegter Wunsch noch in Erfüllung: (ba) hätte gerne einmal eine 1.-August-Rede gehalten.

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