Bettwil
Jetzt wehren sich auch Nachbargemeinden gegen Bettwiler Asylunterkunft

Gegen die Pläne von Bund und Kanton, in Bettwil 140 Asylbewerber einzuquartieren, wehren sich auch die Nachbargemeinden: Sarmenstorf, Meisterschwanden und Fahrwangen wollen beim Kanton intervenieren.

Toni Widmer und Pascal Meier
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Hier soll die Asylunterkunft eingerichtet werden:

Hier soll die Asylunterkunft eingerichtet werden:

Toni Widmer

Der Sarmenstorfer Gemeinderat hat am Freitag die Gemeindeversammlung darüber informiert, dass er gegen die Einquartierung von Asylbewerbern in Bettwil sei und das gegenüber Regierungsrat und Grossrat klar ausdrücken werde. Der Entwurf des Schreibens liegt dem «Sonntag» vor:

«Der Gemeinderat Sarmenstorf hat mit Befremden zur Kenntnis genommen, dass in Bettwil in ehemaligen Militärbaracken ohne ein ordentliches Bewilligungsverfahren 100 bis 140 Asylanten einquartiert werden sollen.

Als Nachbargemeinde verurteilen wir dieses diktatorische Vorgehen und erwarten einen demokratisch und rechtlich einwandfrei abgestützten Entscheidungsprozess.»

Sarmenstorf weist ferner darauf hin, dass das gemeinsam genutzte Grundwasserpumpwerk schon heute oft am Anschlag sei. Diese Situation werde sich mit 140 zusätzlichen Wasserkonsumenten noch verschärfen.

Probleme mit Drogen befürchtet

Widerstand kommt auch aus Meisterschwanden. «Wir haben uns mit Bettwil solidarisiert», bestätigt Gemeindeammann Kurt Kaufmann. «Am Montag wird der Gemeinderat entscheiden, ob wir ebenfalls beim Kanton intervenieren.»

Kaufmann befürchtet «aus Erfahrung», dass sich die Bettwiler Asylunterkunft negativ auf die eigene Gemeinde auswirkt. «Innert kürzester Zeit könnten Drogen nach Meisterschwanden kommen», sagt Kaufmann und verweist darauf, dass Meisterschwanden an der Buslinie nach Bettwil liegt.

Angst vor «Kultur-Konflikten»

An der gleichen Buslinie liegt Fahrwangen, das als Nachbardorf von Bettwil ebenfalls mit negativen Auswirkungen rechnet. «Die Ängste werden auch bei uns aufkommen», ist Frau Gemeindeammann Marlène Campiche überzeugt. «Die Asylsuchenden kennen unsere Kultur nicht, was zu Konflikten führen kann.»

Auch der Fahrwanger Gemeinderat werde deshalb am Montag entscheiden, ob er wie Meisterschwanden und Sarmenstorf beim Kanton gegen die Bettwiler Asylunterkunft interveniert .