Der Christchindli-Märt im Reussstädtchen lockt seit Jahren Besucher von nah und fern an. Doch von so fern wie diesmal haben sie sich noch nie angemeldet. «Ein Car kommt sogar aus Rom, das hatten wir noch nie», verrät Uschi Huber. «Aber ob der Papst auch mitfährt, ist nicht ganz sicher», fügt sie schmunzelnd hinzu.

Diese Auskunft zeigt, mit wie viel Spass die Organisatoren bei der Arbeit sind, und das, obwohl es kein Klacks ist, einen Markt auf die Beine zu stellen, der in guten Jahren über 100'000 Besucher anlockt. Etwa 200 Freiwillige werden auch dieses Jahr wieder im Einsatz sein, dazu 300 Marktfahrende mit ihren Ständen und verschiedene Vereine, die ihre Beizli betreiben. Für all das ist gesorgt. «Jetzt hoffen wir einfach, dass das Wetter uns nicht so schlecht mitspielt wie im vergangenen Jahr, als wir den Markt am Sonntag wegen des Sturms frühzeitig beenden mussten», sagt Marktchef und Regionalpolizist Walter Friedli.

Neue Beleuchtung überall

Aufgrund des Wetters haben 2017 die Beizli rund 8000 Franken weniger eingenommen, die Glühweinstände gar 16'000 Franken weniger. So machte der Christchindli-Märt zum ersten Mal Verlust (12'500 Franken). Doch die Organisatoren lassen die Köpfe nicht hängen. «Was letztes Jahr auch zu Mehrausgaben geführt hat, war die neue Beleuchtung. Die gefällt nicht allen, aber wir sind begeistert und haben auch viel positives Feedback bekommen», so Vereins- und OK-Präsidentin Ursula Lightowler. «Darum läuten wir jetzt die zweite Phase der neuen Beleuchtung ein.» Für 25'000 Franken werden nun auch die Nebengassen plus drei Christbäume mit den neuen Lichterketten beleuchtet. «Diesmal bezahlt das der Verein selbst. 2017 haben uns die Stadt und viele Spender grosszügig unterstützt, da werden wir nicht im Jahr darauf gleich wieder anfragen.»

So schön war der Christkindlimärt Bremgarten letztes Jahr:

Abgesehen von der Beleuchtung und dem immer neuen kulturellen Angebot im alten Zeughaus setzt der Christchindli-Märt auf Altbewährtes. «An welchem Ort wie viele Stände stehen dürfen, ist seit 2015 klar geregelt», erklärt Marktchef Friedli. «Die meisten der 300 Marktfahrer sind wieder dieselben wie letztes Jahr. Aber es gibt auch etwa 30 Neue.» Dabei ist ihm sehr wichtig, dass nicht irgendwelcher Ramsch verkauft wird und man alle paar Stände wieder das gleiche Angebot findet. «Und damit die Marktfahrer noch etwas mehr Anreiz haben, ihren Stand weihnachtlich zu dekorieren, gibt es dieses Jahr wieder einen Preis für den am schönsten geschmückten Stand.»

Apropos Altbewährtes. Für jene, die sich fragen, welches Sujet das diesjährige Märt-Tassli schmückt: Es ist das Pfarrschüürli Hermetschwil.