Es ist bestätigt: Nachdem das allererste Wums, das Wikinger- und Mittelalter-Spektakel in Hilfikon, letztes Jahr ein solcher Erfolg war, darf es erneut stattfinden. Dabei gab es Einsprache von unerwarteter Seite: Die Jäger gelangten an den Villmerger Gemeinderat und wollten das Festival verbieten lassen. Allerdings nicht, weil die Organisatoren oder Besucher etwas beschädigt hätten. «Es ging ihnen darum, dass auf dem Gelände das Jahr hindurch schon genug läuft, sodass die Tiere nicht noch mehr gestört werden sollen. Sie haben Angst, dass die Tiere abwandern könnten», berichtet Jera, die mit ihrem Mann Höiu die Idee zum Wums hatte. Der Gemeinderat findet nicht, dass das Festival deswegen nicht stattfinden dürfte. «Es soll eine Probe sein. Wenn auch diesmal alles so ruhig und friedlich abläuft wie beim ersten Mal, könnte das ein Grundsatzentscheid sein, sodass wir vielleicht auch künftig ein jährliches Wums auf dem Motocrossgelände feiern dürfen», erklärt Höiu. «Wir wollen den Jägern aber auch entgegenkommen. So wird es eine Sperrzone zwischen Festgelände und Wald geben und ein striktes Wald-Betretverbot.»

Nur Feuer und Laternen

Ruhig und friedlich war das erste Wums tatsächlich. Besonders der Marktplatz im Talkesselchen zwischen den Hügeln war ein idyllischer Ort. «Wir lassen bewusst ausser den Konzerten keine Musik laufen», erklärt Jera. Auch die Nacht wird einzig mit Feuern und Laternen erhellt. Alles soll so authentisch wie möglich sein. Darum braucht das Hauptorganisatorenpaar auch keine Nachnamen, die gabs im Mittelaltern schliesslich auch nicht.

Bilder des ersten Wikinger- und Mittelalter-Spektakels in Hilfikon

Etwas lauter wurde es einzig, als Wikinger und Ritter einmal täglich gegeneinander in die Schlacht zogen. Oder, als die Wikinger eine Frau der Rittersleute als Geisel über den Marktplatz verschleppten. Und natürlich die Konzerte, die jedoch nie über Mitternacht hinausgingen.

Tätowieren wie anno dazumal

Aus der ersten Austragung haben die Organisatoren viel gelernt. «Wir erhielten tolles Feedback und Tipps, was wir verbessern könnten», sagt Jera. «Das haben wir sehr ernst genommen.» Dass aber auch von Darstellern und Marktfahrern die Rückmeldung kam, es sei ihr Highlight der Saison gewesen, freut die beiden sehr. «Es ist uns eine Ehre.»

Sie hätten eine Woche gebraucht, um nach dem Festival wieder richtig auf die Beine zu kommen. «Aber dann war sofort klar, dass wir das wiederholen wollen», sind sie sich einig. Und die Ideen sprudeln. Eine nationale Neuheit auf dem nächsten Wums sind zwei Tätowierer, die direkt auf dem Platz auf mittelalterliche Art Tattoos stechen. «Ich habe es ausprobiert, und es ist so hautfreundlich, dass es nicht einmal wehtut», lacht Jera. Ausserdem soll ein Werbe-Ork dafür sorgen, dass auch die Sponsoren auf lustige Weise zu ihrer Werbeplattform kommen. «Es ist eine witzige Idee, aber der Ork ist auch selbst eine ganz tolle Figur», sagt Jera.

Schlacht und Fackelumzug

Die meisten Ideen vom letzten Jahr haben sich aber so gut bewährt, dass sie wiederholt und vielleicht sogar etwas vergrössert werden. Genau wie der Festplatz: Scheinbar hatten die Besitzer der Wiese rechts der Strasse letztes Jahr noch Skrupel, dem Festival ihr Land zu überlassen. «Jetzt dürfen wir es mieten. Wie wir hörten, hat den Besitzern das Festival ebenfalls gefallen.» Dort wird es weitere Marktstände geben, und ein Heerlager wird Ritter-Wettkämpfe für Kinder austragen.

«Natürlich gibt es auch die Schlacht vom letzten Mal wieder, diesmal hoffentlich etwas grösser», freuen sich die Organisatoren. «Ebenso wollen wir den Fackelumzug durchs Gelände erneut durchführen, der war so schön.» Drei Bands werden spielen, darunter eine Wikinger-Band aus Norwegen. «Mehr Wikinger geht nicht», freut sich Höiu.

Insgesamt soll aber alles etwa im gleichen Rahmen bleiben. «Wieder etwa 50 Gruppen – darunter Schausteller, Marktfahrer und Heerlager. So gut wie alle kommen wieder.» Letztes Jahr waren 3000 Zuschauer nötig, um schwarze Zahlen zu schreiben. «Das haben wir sogar ein kleines Bisschen überschritten. Nun hoffen wir, dass dieses Jahr noch mehr Leute kommen.»

Wums: 27. bis 29. September, Hilfikon. Infos und Anmeldung zur Freiwilligenarbeit am Wums unter www.wums.ch.