Wohlen
Jetzt ist auch im Strohdorf die Fasnacht eröffnet

Getreu dem Motto «Wohle, euse Circus» übernahm Zirkusdirektor Johannes Muntwyler vom Zirkus Monti den diesjährigen Strauschnitt.

Patrick Züst
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Zirkusdirektor Johannes Muntwyler (Mitte) ist der Strauschneider.

Zirkusdirektor Johannes Muntwyler (Mitte) ist der Strauschneider.

Der erste Schnitt ist für die vergangene Fasnacht, der zweite für alle aktiven Fasnachtsbegeisterten und der dritte für die kommende Narrenzeit. Bereits zum dreizehnten Mal wurde am vergangenen Freitag die Wohler Fasnacht mit dem traditionellen Strauschnitt eröffnet. Die diesjährige Narrenzeit steht unter dem Motto «Wohle, euse Circus». Bei diesem Thema verwundert es nicht, dass als Strauschneider der Zirkusdirektor Johannes Muntwyler auserkoren wurde. Der Monti-Chef ist eine Koryphäe in der Manege und verkörpert die Zirkuswelt wie niemand sonst.

«Eigentlich bin ich ja überhaupt kein Fasnächtler», gestand Muntwyler nach dem Strauschnitt. «Momentan proben wir zwar pausenlos, doch die Aufgabe des Strauschneiders habe ich gerne übernommen», sagte Muntwyler. Trotz der zeitintensiven Vorbereitungen für die neue Zirkussaison wird er auch heuer am Wohler Fasnachtsumzug anzutreffen sein: «Das gehört für mich einfach dazu, zumal es dieses Jahr ja sogar einen Monti-Wagen gibt.» Die Aufgabe der Zirkusdirektorin übernahm aber jemand anders. Zum ersten Mal moderierte Nicole Waser den Wohler Strauschnitt und führte mit viel Witz durch die abwechslungsreiche Zirkusshow.

Niemand blieb verschont

Dass das Thema «Zirkus» in Wohlen aber nicht zwingend im Zusammenhang mit der Familie Muntwyler stehen muss, zeigten auch die Schnitzelbänkler immer wieder. So ist beispielsweise gemäss der Villmerger «Chreie» der grösste Zirkus im Dorf nicht der Circus Monti, sondern der Wohler Einwohnerrat. Dieser Meinung waren auch die beiden Senioren «Roman und Vreni». Sie finden, dass Ariane Gregor als Einwohnerratspräsidentin keine gute Wahl ist, da man für diesen Job keine TW-Lehrerin, sondern eine Kindergärtnerin brauche.

Nebst den Lokalpolitikern Jean-Pierre Galatti und Marlis Spörri musste sich auch Gemeindeammann Walter Dubler warm anziehen. Laut den barocken «Kammersängern» habe er nämlich viel gemeinsam mit dem ehemaligen Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld: Beide würden sie geschliffen zu einem hohen Lohn reden. Nur eines müsse Dubler von Hitzfeld noch lernen: «Das Adieu sagen bei Ruhm und Ehre.» Auch die «Aschmierer» überzeugten mit Hintergrundinformationen: Aus vertraulicher Quelle wussten sie, dass sich die Bauarbeiten auf dem Rebberg nur deshalb verzögern, weil dort eigentlich ein Asylantenheim geplant ist. Nebst der Wellington-Affäre und dem hohen Ausländeranteil in Wohlen waren auch die Berichterstattungen des Wohler Anzeigers und die Schweizer Einwanderungspolitik immer wiederkehrende Themen. Umrahmt wurden die Auftritte der Schnitzelbänkler von den Wohler Sirenen und den beiden Guggenmusiken Nordfäger und Opus 5614.