Wohlen
Jetzt gibts keine Paintball-Anlage mehr im Unterfreiamt

Das «Paintball-Paradies» ist seit Januar geräumt. Die Betreiber-Firma ist ins deutsche Jestetten umgezogen, weil die Ferrowohlen AG das Land selber braucht.

Andrea Weibel
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Das alte Flugzeug erinnert als Einziges an die Paintball-Anlage. aw

Das alte Flugzeug erinnert als Einziges an die Paintball-Anlage. aw

Keine Plakate, keine Zäune, keine Bretterhäuschen oder sonstige Verstecke, keine gepanzert herumrennenden Menschen, gespickt mit bunten Farbklecksen auf den Sicherheitsjacken – der Platz, wo noch vor wenigen Monaten das Wohler «Paintball-Paradies» gestanden hat, ist heute wie leer gefegt. Einzig ein verlassenes Flugzeugwrack lehnt noch an einem Strauch, der Rest des Areals ist umgeackert und wird langsam von frischem Gras überwachsen.

«Wären gern geblieben»

Per Ende Jahr hat die Firma Paintball Games Switzerland (PBMax) ihre Zelte in Wohlen abgebrochen und ist ins grenznahe Jestetten in Deutschland ausgewandert. «Dort haben wir nicht nur eine Outdoor-Anlage, sondern auch eine Paintballhalle», berichtet Peter Terjek, Eventmanager der PBMax.

Dass der Platz in Wohlen bei weitem nicht für eine Indoor-Anlage gereicht hätte, sei aber ganz und gar nicht der Grund für diesen Umzug gewesen. Auch hätten die Kunden nicht gefehlt, denn «wegen der vielen Leute, die wir stets auf dem Areal hatten, wären wir sehr gern in Wohlen geblieben», versichert Terjek.

Ferro braucht Land selbst

Grund für den Wegzug sei die Ferrowohlen AG gewesen, der das Land gehört, auf dem die Paintballer ihre Anlage errichtet hatten. «Wir hatten das Areal nur gepachtet. Und da die Ferro es nun selber wieder braucht, mussten wir gehen», beschreibt Terjek.

Sie hätten versucht, in der Nähe ein vergleichbar grosses Stück Land zu finden. Aber ein solches Areal, «das auch bezahlbar gewesen wäre», sei schwierig zu finden, erklärt der Eventmanager die Gründe für die Übersiedelung ins nahe Ausland.

Politiker zu Besuch

Das «Paintball-Paradies» existierte sieben Jahre lang in Wohlen. Die heftig umstrittene Sportart war immer wieder Gegenstand von politischen Diskussionen. 2009 folgte Nationalrätin Doris Fiala (FDP) der Einladung der Wohler Paintballer, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Zuvor hatte sie Paintball als «kranke Art, sich einen Kick zu holen», bezeichnet.

Ganz ziehen die Paintballer aber nicht nach Deutschland um. Der Paintball-Wald in Killwangen und Spreitenbach, der ebenfalls von der PBMax betrieben wird, bleibt auch weiterhin bestehen.