Reportage

Jeder Schüler hat eine Schutzmaske dabei: So sieht der Corona-Alltag an der Kanti Wohlen aus

Ein Einblick in die Kantonsschule Wohlen in der ersten Woche nach dem Wiederbeginn im Coronaschutzregime.

In normalen Zeiten herrscht im Foyer der Kantonsschule Wohlen über Mittag ein wuseliger Betrieb. Ein Kommen und Gehen, eine gewisse Aufregung ist bemerkbar. Von all dieser Stimmung gabs in dieser ersten Woche und dem Wiederbeginn nach dem Corona-Lockdown nichts zu spüren. Der Alltag ist mit den Schutzmassnahmen eingeschränkt. Statt der üblichen rund 800 Schülerinnen und Schüler kommen aktuell täglich nur rund 300 physisch vor Ort.

«Wir versuchen grössere Ansammlungen oder Gruppen zu vermeiden. Nur jeweils eine Abteilungshälfte der Schüler besucht den Unterricht, die anderen sind zu Hause. Nach einer Woche wechselt das System, welches bis zu den Sommerferien so bestehen bleibt. Die Umsetzung der Abstandsregel wird uns auch vereinfacht, in dem knapp 200 Maturanden und Fachmittelschüler bereits nicht mehr hier sind», sagt Rektor Matthias Angst.

Einbahnsystem und Prüfungen in der Turnhalle

Die Wege auf dem Schulareal sind speziell gekennzeichnet. Bodenmarkierungen mit Linien und Pfeilen sowie Hinweisschilder analog zu Verkehrstafeln weisen auf die vorgesehenen Laufwege und das Distanzhalten hin. Teilweise sind Treppenauf- und -abgänge und Türen nur noch im Einbahnsystem zu benützen. An neuralgischen Stellen stehen Desinfektionsmittel parat.

Die Wege sind klar gekennzeichnet.

Die Wege sind klar gekennzeichnet.

Ein Blick in die Klassenzimmer zeigt: Auch hier ist nichts normal. Statt in der gewohnten U-Form sind alle Pulte mit Abstand frontal nach vorne ausgerichtet. «In allen Zimmern stehen auch Desinfektionsmittel, Seife, Wasser und Handtücher zur Verfügung. Zudem hat jede Schülerin und jeder Schüler eine Schutzmaske auf sich, die in bestimmten Situationen, in denen der Abstand längere Zeit nicht eingehalten werden kann, getragen werden muss», erklärt Rektor Angst.

Die Prüfungen werden weiterhin in der ganzen Abteilung geschrieben. Dazu hat die Kanti in der Aula und einer Turnhalle Prüfungsräume mit je rund 50 Tischen eingerichtet, die Platz für zwei Abteilungen gleichzeitig bieten. «Weder Schüler noch Lehrpersonen halten zurzeit Prüfungen im gewohnten Klassenzimmerumfeld ab», sagt der Rektor.

Das Küchenteam der Mensa an der Kanti Wohlen kochte am Freitag zum letzten Mal.

Das Küchenteam der Mensa an der Kanti Wohlen kochte am Freitag zum letzten Mal.

Mensa schliesst nach einer Woche wieder

Auswirkungen hat der reduzierte Betrieb auch auf die Verpflegung. Im Gegensatz beispielsweise zu den beiden Mensen an den Kantis in Aarau, die bis nach den Sommerferien geschlossen bleiben, öffnete der Wohler Mensa-Betreiber diese Woche dennoch aus Goodwill. Weil die wirtschaftlichen Zahlen mit deutlich weniger Kunden aber zu tief sind, schliesst die Mensa ab kommender Woche wieder. Offen ist die Mediothek, die aber nur noch 30 statt 60 Plätze anbietet und den Eintritt mit Ampelsystem regelt.

Für Rektor Angst ist es wichtig, dass «wir das Schuljahr sauber abschliessen können.» Für das neue Schuljahr ab dem 10. August hofft er auf weitere Lockerungen. «Ich halte es für wahrscheinlich, dass wir dann im regulären Betrieb mit ganzem Präsenzunterricht neu starten können. Sonst wird es eine ultimative Herausforderung mit über 200 neuen Schülern, die noch nie hier waren», sagt er.

Bis dahin dürfte auch der Info-Screen im Foyer mit der Wetterprognose wieder aktualisiert sein. Er datiert noch vom Lockdown-Start am 13. März. Sieben Grad, regnerisch. «Wir hatten in letzter Zeit andere Prioritäten als das Wetter», sagt der Rektor mit einem Schmunzeln.

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