Guetzli-Wettbewerb
«Jede Weihnachtsbäckerin hat ihr spezielles Geheimrezept»

Bereits zehn Bäckerinnen haben ihre Kreationen in der az-Redaktion vorbeigebracht. Nun müssen die Experten, das Bäckerpaar Luzia und Markus Ruckli aus Sarmenstorf, die Kreationen bewerten. Am Samstag wird die Siegerin gekürt.

Andrea Weibel
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Schokokugeln von Maria Brunner

Schokokugeln von Maria Brunner

Andrea Weibel

In der az-Redaktion duftet es wie in einer Backstube, und mittags brauchen wir kaum noch zu kochen, denn durch das Bewerten der feinen Chrömli, die von den Weihnachtsbäckern und -bäckerinnen der ganzen Region vorbeigebracht werden, füllen sich unsere Mägen spürbar.

Erneut sind sechs Weihnachtskreationen eingetroffen, die bewertet werden wollen. Darunter findet sich nicht nur traditionelles Schweizer Weihnachtsgebäck, sondern auch Spezialitäten aus den Nachbarländern. So haben Catia und Furio Fasolo aus Wohlen italienische Zaletti gebacken, während Angela Gsell aus Jonen Vanille-Kipferl, die ursprünglich vermutlich aus Österreich stammen, mitgebracht hat. Gsell backt ihre Kipferl seit über 20 Jahren: «Es waren meine ersten Guetzli, die ich buk, nachdem ich ausgezogen war.»

Guetzliplättli zum Kaffee

Nicht aus der Schweizer Adventsbackstube wegzudenken sind dagegen Brunsli, wie diese von Lotti Vock aus Wohlen, und Läckerli, wie jene von Margrit Zemp aus Beinwil. Beide Frauen haben aber nicht nur eine Leckerei, sondern jeweils eine ganze Platte voll mit gut einem Dutzend verschiedenen Gebäcken mitgebracht. «Ich weiss, dass Sie nur eines bewerten, den Rest können Sie zum Kaffee essen», waren sich die Bäckerinnen einig. Es ist eine riesige Arbeit, die sie jährlich leisten.

Sehr festlich muten die Zitronensterne von Brigitte Schumacher aus Bremgarten an. Und die Schokoladenkugeln von Maria Brunner aus Wohlen wurden nach einem Rezept von 1965 gebacken.

Positive Überraschungen

Auch die Experten des az-Guetzli-Wettbewerbs, das Bäckerpaar Luzia und Markus Ruckli aus Sarmenstorf, braucht kaum mehr ein Mittagessen nach den Degustationen.

«Es ist unglaublich, wie viel Mühe sich all die Leute geben», staunte Luzia Ruckli auch gestern wieder. Beim Probieren schmeckte ihr Mann, Bäckermeister Markus Ruckli, die Unterschiede heraus, da jede Bäckerin ihr eigenes Geheimrezept hat: «Manchmal erwartet man einen bestimmten Geschmack, wenn man das Chrömli anschaut, und dann wird man vollkommen überrascht – zum Positiven oder zum Negativen.»

So erging es ihm bei einer Kreation, deren Boden etwas schwarz und verbrannt war. «Ich muss im Nachhinein zugeben, dass ich dachte, diese Chrömli seien vermutlich nicht sehr gut, wenn sie schon so schwarz sind. Doch am Ende wären sie vom Geschmack her mein Favorit», gestand er.