Gadi Lehavi, bekannt als Wunderkind und Keyboardspieler der Band, musste am Morgen des Konzerts aufgrund von Bauchschmerzen in ein Berliner Krankenhaus. Somit verpasste er den ersten Flug nach Zürich, schaffte es aber dennoch rechtzeitig zum Konzert. Ganz locker und auf seine typisch sympathische Art erzählte der Komponist und Gitarrist, Shachar Alnatan, die Geschichte und brachte das Publikum somit zum Schmunzeln.

Bereits mit dem ersten Lied wurde das gesamte Publikum in seinen Bann gezogen. Das Zusammenspiel der verschiedenen Instrumente erzeugte eine sehr komplexe Melodie, die aus Cello, Keyboard, Klavier, Schlagzeug und Gitarre geschaffen wurde. Hin und wieder musste sich das Publikum vergewissern, ob der Klavierspieler, Daniel Schwarzwald, wirklich Klavier spielte oder doch mehr mit diesem tanzte. Die Jazzmusik ging dem Publikum tief unter die Haut.

Sie wollen Spezielles kreieren

Während des Konzerts wechselten die Musiker die Instrumente untereinander aus. Der Spielfluss wurde dabei nicht unterbrochen, da allfällige Pausen durch den raffinierten Einsatz der Solos von Julia Bilat mit dem Cello und durch das Klatschen der wechselnden Musiker überspielt wurden. Der Zuschauer Urs Werder meinte: «Es wirkte für mich improvisiert und locker, und das meine ich im guten Sinne». Das israelische Wunderkind Lehavi sagte im Interview: «Alles begann vor acht Jahren in New York, als ich Shachar kennenlernte und die anderen ebenfalls.»

Dort begegneten sich die Künstler und begannen miteinander Musik zu spielen. «Anfangs wollte Shachar nicht in einem gewöhnlichen Jazz-Trio mitspielen, sondern etwas Spezielles kreieren», so Lehavi. Die Musikgruppe ist noch am Experimentieren, meint er. «Shachar hat seinen eigenen Musikstil, welcher von unseren Stilen beeinflusst wurde», ergänzte der Pianist der Band. Der junge Israeli meinte auch, dass sie ihre Inspiration aus einem Moment, welches ein Gefühl oder ein interessantes Geräusch sein könnte, nehmen.

Einen Song innert fünf Minuten

Zur Frage wie lang die Band für ihre Songs brauche, lachte Pianist Schwarzwald: «Je länger wir für einen Song brauchen, desto besser ist er.» Aber es gibt auch Musikstücke, die Shachar in fünf Minuten schrieb. Der letzte Song im Konzert ist eines dieser schnell geschriebenen Stücke. Ein Song, der ihm unter der Woche in den Sinn kam und an dem er spontan herumzuspielen begann.

Aus dem Interview mit Shachar geht hervor, dass er es schwierig findet, seine Musik als eine Karriere anzuschauen. «Es ist nicht einfach, meine Musik als Job zu sehen, ich sehe viele Topmusiker, welche die Freude an ihrer Musik verloren haben.» Also versucht er, die Begeisterung zu erhalten, indem er es lockerer angeht, damit die Freude anhält. «Meine Familie unterstützt mich und das ist grossartig.»

Die Mutter des Komponisten geht regelmässig zu seinen Konzerten, womit er sich seiner Familie immer nahe fühlt. Shachar ergänzte, er habe sich verändert, was für seine zukünftige Musik gut ist und ihn dennoch widerspiegelt. «Als Kind hatte ich Idole, aber heutzutage möchte ich von diesen Idolen wegkommen, ich möchte mit verschiedenen Musikern spielen, aber dennoch meine Musikstilrichtung beibehalten und ausleben.»

Auf der ganzen Welt auftreten

Elnatan trat schon in verschiedenen Konzerthallen auf. Vor Berlin spielte die Band vier Mal in New York und als Nächstes wird sie in Belgien auftreten. Solange die Akustik gut ist und die Menschen sich an seiner Musik erfreuen, möchte Elnatan überall auf der Welt auftreten. Es ist noch unklar, wann sein nächstes Album erscheinen wird. Nach seinem Debüt-Album «One World», bei dem der berühmte Jazzmusiker Avishai Cohen mitwirkte, kann sich Elnatan heute gut vorstellen, in Zukunft ein Songalbum, statt eines Musikalbums herauszubringen, oder beides in Einem.