Bettwil

Jass-Turnier mit regierungsrätlicher Beteiliung: Urs Hofmann traute sich auf den Berg

Organisator und Schiedsrichter Alois Meier (stehend) am Tisch mit Sidi-Barrani-Jasser Urs Hofmann. zvg

Organisator und Schiedsrichter Alois Meier (stehend) am Tisch mit Sidi-Barrani-Jasser Urs Hofmann. zvg

SP-Regierungsrat Urs Hofmann war am vergangenen Samstag zu Gast im Restaurant Bauernhof. Dort beteiligte er sich am traditionellen Sidi-Barrani-Turnier, und dieser Jass gilt wegen seiner besonderen Spielanlage als recht hitzig.

Es gibt Aargauer Regierungsräte, die gehen freiwillig nach Bettwil. Urs Hofmann war am vergangenen Samstag dort zu Gast im Restaurant Bauernhof. Und es ging in der höchstgelegenen Aargauer Gemeinde heftig zur Sache. Allerdings nicht politisch. Hofmann beteiligte sich am traditionellen Sidi-Barrani-Turnier vom vergangenen Samstag, und dieser Jass gilt wegen seiner besonderen Spielanlage als recht hitzig.

«Sidi Barrani ist eine Mischung zwischen Bieter und Schieber, und im Dorf recht beliebt», erklärt Alois Meier. Der ehemalige Gemeindeammann organisiert das Turnier, welches am Samstag zum fünften Mal stattgefunden hat, zusammen mit «Bauernhof»-Wirt Adi Steiner im Auftrag der Kulturkommission. Die Gemeinde unterstützt den Anlass mit einem kleinen Beitrag, weil sie den alten Jass fördern will.

Erst Musikprobe, dann Sidi

Auf den Geschmack gekommen ist Meier in der Musikgesellschaft: «Der Jass hat in Bettwil eine lange Tradition und ist in den beiden Restaurants Lindenberg und Bauernhof früher vor allem von der älteren Generation gespielt worden. Der ehemalige Schulhausabwart Heiri Joho hat vor rund 40 Jahren auch die jüngeren Mitglieder unseres Vereins davon begeistern können, und wir haben praktisch nach jeder Probe noch ein paar Stunden gejasst.»

Verbreitet sei der Sidi Barrani heute neben Bettwil auch noch in ein paar wenigen Gemeinden im Luzerner Seetal, und auch in der Nachbargemeinde Schongau sei er früher recht intensiv gespielt worden, vor allem im Restaurant St. Ulrich in Oberschongau.

Gespielt wird mit Doppelkart

Gespielt wird Sidi Barrani mit einem Doppelkart vom Nell bis Ass, also mit 48 Karten. «Deshalb», sagt Alois Meier, «war er früher auch als Familienjass beliebt, weil da problemlos sechs Leute mitspielen könnten.» Jede Karte ist doppelt im Spiel, der Wert der Karten ist mit dem normalen Schieber identisch. Das Spielkart zählt 314 Punkte, ein Match 514 Punkte.

«Es ist ein Schieber mit Biet-Ansage», erläutert Routinier Meier, «Nach dem Verteilen der Karten ist der folgende Spieler nach dem Verteilenden bietberechtigt (im Gegenuhrzeigersinn). Das Mindestgebot sind 100 Punkte.» Kann oder will der Bietberechtigte nicht bieten, muss der Verteilende mit Bieten beginnen.

Die Regeln für den Sidi Barrani haben die Bettwiler Organisatoren auf einem Blatt zusammengefasst. Anfänger erhielten eine Woche vor dem Turnier zudem eine Einführung an einem Trainingsnachmittag. Regierungsrat Urs Hofmann war dort schon dabei. «Wir sind stolz, dass er unserer Einladung spontan gefolgt ist und an unserem Anlass teilgenommen hat», blickt Meier auf die von 32 Jassern besuchte Veranstaltung vom Wochenende zurück.

Gewonnen hat Hofmann das Turnier nicht. «Er ist aber auch nicht Letzter geworden», schmunzelt Meier diskret. Gesiegt hat Maria Meier aus Arni vor Cyrill Meier aus Bettwil und Otto Schumacher aus Othmarsingen.

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