Niederwil

Japan, Neuseeland, Chile: Ein Handwerker hat genug und geht auf Weltreise

30 Monate war Tommy Heimberg aus Niederwil unterwegs – das zeigt er nun daheim im Freiamt in seiner Vortragsreihe.

Gut fünf Jahre ist es her, seit Tommy Heimberg genug hatte. Der gelernte Landmaschinenmechaniker aus Niederwil hatte so viele Ideen gehabt und in verschiedenen Jobs gearbeitet, doch war er damit auf keinen grünen Zweig gekommen. Da fasste er einen Entschluss: «Ich bin Mechaniker und habe Werkzeug, das muss doch reichen», fand er. Und so zog er los.

Im Februar 2014 flog er nach Japan zum Skitouren und von dort weiter nach Neuseeland, wohin er seine 450 Kilo Gepäck inklusive Motorrad verschifft hatte. Dort kaufte er sich bald einen Bus, baute ihn aus und fuhr los. Die Geschichten, die er in den insgesamt 30 Monaten kreuz und quer auf dem Erdball erlebte, würden (und werden vielleicht irgendwann) ganze Abenteuerromane füllen.

Terrorverdächtig und Pflegepapi

Im Dezember 2014 verliess er Neuseeland und flog nach Chile weiter. Dort half er bei den unterschiedlichsten Projekten mit. Seine Kürzestzusammenfassung klingt verheissungsvoll: «Ohne konkretes Ziel war ich auf Arbeitssuche. In fremden Kulturen half ich im Alltag mit und lernte dabei viel Neues. Sei es fernab beim Bau von Strohballenhäusern, auf Teststrecken aus Eis und Schnee, als Mechaniker im Schiffshafen oder als Pflegevater im Kinderheim. Während 30 Monaten trieb es mich mit meinem Motorrad durch 20 Länder. Von Japan nach Neuseeland, über Süd- und Zentral- bis Nordamerika. Dabei erlebte ich die nackte Realität und lernte das Leben von neuen Seiten kennen.»

In der Beschreibung seiner Vorträge setzt er gar noch einen drauf. Dort heisst es: «Als Terrorverdächtiger besticht Tommy Beamte mit Äpfeln oder kämpft sich durch Naturgewalten. In einem Waldbrand erlebt er die Hitze der Hölle, stürzt mit vollgepacktem Motorrad in einen Fluss und wird von Riesenwespen attackiert.» Man merkt, er hat Lust, seine Zuhörer auf seine atemberaubenden, oft nahezu unglaublichen Reisen mitzunehmen.

Erste Vortragsreihe im Freiamt

Im August 2015 gab er der AZ Freiamt via Skype ein dreistündiges Interview, schon damals füllten seine Geschichten und Fotos eine ganze Zeitungsseite. Nun ist der mittlerweile 38-jährige Tommy Heimberg bereits seit 16 Monaten wieder daheim in der Schweiz. Etwa ein Jahr hat er an seinem Vortrag über seine Weltreise gefeilt, der neben den Erzählungen auch Fotos, Videos und Musik enthält.

In kürzeren Versionen hat er ihn bereits an verschiedenen Veranstaltungen gezeigt, was er auch weiterhin machen möchte. Doch nun hat er seine erste öffentliche Vortragsreihe an vier Orten im Freiamt organisiert. Den Vortritt erhält sein Nachbardorf Fischbach-Göslikon.

Neben den Geschichten will er in seinen 90-minütigen Vorträgen aber auch die Gesellschaft kritisch hinterfragen. «Aus einer Welt, die schnelllebig über die Oberflächen scrollt, zoomt Tommy Heimberg in die Tiefe», heisst es in seinem Pressetext. «Einfach konsumieren will er nicht. Improvisierend macht er vieles möglich, repariert seine Sachen immer wieder und lernt dabei Wertschätzung und Dankbarkeit kennen.»

Verzicht und das Vertrauen zum Leben sind weitere Themen, die ihn auf seiner Reise begleitet haben. Er möchte vor allem eines bewirken: Seine Erkenntnisse des anscheinend so einfachen Lebens sollen zum Nachdenken anregen. «So sind nach den Vorträgen auch die Besucher zum Meinungsaustausch eingeladen, der zusätzlich zum erlebnisreichen Abend beitragen soll», sagt Tommy Heimberg.

Vortrag «Reiseabenteuer eines Handwerkers»:
20. März, 20 Uhr, Schnüzi-Schür, Fischbach-
Göslikon; 21. März, 20 Uhr, Sternensaal, Wohlen;
27. März, 20 Uhr, Bahnhöfli Pub, Boswil;
28. März, 20 Uhr, Restaurant zum Bauernhof, Oberlunkhofen. Infos und Reservationen unter
www.rootbase.ch

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