Wohlen
Jahresbilanz der Gemeinde: Die Rechnung fällt deutlich besser aus, aber der Schuldenberg ist gestiegen

Die Zahlen für das Jahr 2017 sind sehr gut, doch die Finanzlage der Gemeinde Wohlen bleibt dennoch angespannt.

Toni Widmer
Drucken
Teilen
Wohlen erzielte für 2017 einen Ertragsüberschuss von 2,3 Millionen Franken.

Wohlen erzielte für 2017 einen Ertragsüberschuss von 2,3 Millionen Franken.

Alex Spichale

Man hat es erwartet, weil es in den vergangenen Jahren fast immer so gewesen ist: Die Gemeinde Wohlen präsentiert auch für das Jahr 2017 deutlich bessere Zahlen, als im Budget erwartet worden sind. Mit 2,3 Mio. Franken ist der Ertragsüberschuss um 1,8 Mio Franken höher und liegt damit nur leicht unter dem Vorjahresergebnis von 2,4 Mio. Franken.

Personalaufwand –0,6 Mio.

Zum positiven Ergebnis haben laut der Mitteilung aus dem Gemeindehaus vor allem tiefere Ausgaben in verschiedenen Bereichen geführt. So wird allein bei den Personalkosten ein Minderaufwand von knapp 0,6 Mio. Franken ausgewiesen.

Das ist laut Auskunft von Finanzverwalter Gregor Kaufmann zwar auch, aber nicht nur auf die anhaltenden Sparbemühungen des Gemeinderats zurückzuführen.

Unter dem Posten «Personalaufwand» werden auch die Sitzungsgelder für das Verwaltungs- und Betriebspersonal sowie die Sitzungsgelder und Entschädigungen für den Gemeinderat verbucht. Da haben gemäss Kaufmann verschiedene positive Umstände zu einer Kostenersparnis geführt.

Zum anderen konnten Mehreinnahmen aus Versicherungsleistungen (u. a. Taggeldversicherung) verbucht werden. Gegenüber dem Budget lagen zudem auch die Besoldungsanteile für die Lehrpersonen um rund 0,2 Mio. tiefer.

Sachaufwand –0,7 Mio.

Der Sachaufwand liegt um 737 000 Franken unter dem Voranschlag. Hier wurde für den Unterhalt im Hoch- und Tiefbau weniger ausgegeben, beim Betriebs- und Verbrauchsmaterial gespart, ebenso bei den Honoraren von externen Beratern und Gutachtern. Wobei: Es sind auch hier nicht alles Einsparungen.

Oftmals ist auch kein oder weniger Geld ausgegeben worden, weil Projekte auf später verschoben worden sind. Oder weil sie, wie beispielsweise beim Projekt Allmendstrasse, nicht wie ursprünglich geplant über das Budget, sondern über einen ordentlichen Investitionskredit finanziert worden sind.

Apropos Investitionen: Wohlen hat 2017 knapp 15 Mio. Franken investiert. Nach Abzug der Selbstfinanzierung – die Quote liegt gerade mal bei mageren 23% – hat sich somit ein Finanzierungsfehlbetrag von 11,5 Mio. Franken ergeben. Das heisst: Die Schulden sind gestiegen, und zwar um satte 9,7 Mio. auf 21,1 Mio. Franken per Ende 2017.

Die Situation wird sich im laufenden Jahr kaum verbessern, hält der Gemeinderat in seinem Kommentar zum Jahresabschluss fest: «Verglichen mit dem Budget ist das Ergebnis zwar deutlich besser ausgefallen. Es macht aber wiederum deutlich, dass gute Rechnungsergebnisse zentral sind, um einer zunehmenden Fremdverschuldung entgegenwirken zu können.»

Punktlandung bei den Steuern

Beim Steuerertrag hat man einmal mehr eine Punktlandung gemacht. Gemeinde- und Sondersteuern ergaben Einnahmen von 38,8 Mio. Franken. Das sind knapp 270 000 Franken mehr als im Voranschlag budgetiert.

Und zu guter Letzt: Wie schon in den Vorjahren sind die Sozialkosten gestiegen. Im Bereich Asylwesen, Alimentenbevorschussung und Familien wurden knapp 69 000 Franken mehr ausgegeben als geplant, bei der Pflegefinanzierung 252 000 Franken und bei der Entschädigung an den KESD (Kindes- und Erwachsenenschutzdienst) 157 000 Franken.