Freiamt
Jäger sind über neue Aufteilung der Reviere nicht glücklich

Der Kanton will die Anzahl der Jagdreviere begrenzen, davon sind auch Freiämter Jäger betroffen. Nicht alle heissen das Eingreifen des Kantons gut.

Toni Widmer
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Der Kanton will die Anzahl Jagdreviere begrenzen

Der Kanton will die Anzahl Jagdreviere begrenzen

KEYSTONE

Nach den Plänen des Kantons, der im Hinblick auf die anstehende Neuverpachtung für die Jahre 2019 bis 2026 die Jagdreviere reduzieren will, sollen – unter anderem – die Uezwiler Jäger künftig kein eigenes Revier mehr haben. Die 262 Hektaren, auf denen sie bisher auf die Pirsch gegangen sind, sollen dem benachbarten Revier Sarmenstorf zugeschlagen werden.

Auch die Jäger von Hermetschwil-Staffeln würden heimatlos. Ihr bisheriges Revier soll in das kantonale Jagdrevier im Schutzgebiet am Flachsee integriert werden. Die Reviere von Rudolfstetten und Berikon wiederum werden seit längerem von der gleichen Jagdgesellschaft bewirtschaftet. Dem soll jetzt Rechnung getragen werden, indem man die Reviere offiziell zusammenlegt.

Auch in Tägerig und Hägglingen wird es nach den aktuellen Plänen des Kantons künftig nur noch ein Revier geben, und auch Hilfikon und Villmergen sollen ihre Reviere zusammenlegen. Dabei können sie allenfalls in Richtung Süden noch etwas ausdehnen. Der bis jetzt von den Sarmenstorfer Jägern bewirtschaftete Teil des Rietenbergs soll Villmergen zugeschlagen werden.

Grosse und kleine Veränderungen

Bei der Neubeurteilung der Reviere hat der Kanton auch kleinere Veränderungen im Auge. In Oberwil-Lieli etwa, wo das Revier jetzt an der Gemeindegrenze direkt am Waldrand endet, ist aus jagdlichen Gründen eine leichte Ausweitung ins Gebiet von Oberlunkhofen vorgesehen.

Im Bezirk Muri bleiben die meisten Reviere nach den vor Mitte Februar präsentierten Plänen des Kantons so, wie sie sind. Grössere Veränderungen gibt es lediglich in Muri und Buttwil. Das schon bisher gemeinsam bejagte Revier soll offiziell zu einem verschmelzen.

Petition geplant

Der Aargauische Jagdschutzverein (AJV) kann dem geplanten Umbau der Jagdlandschaft nicht zustimmen. Er sträubt sich keineswegs gegen Veränderungen, hält jedoch verschiedene der aufgezeigten Massnahmen für übertrieben. AJV-Präsident Rainer Klöti hatte im Februar gegenüber der az primär einen Vorbehalt gegen geplante «grossräumige Veränderungen» angebracht, die letztlich nichts bringen würden ausser Mehraufwand für die Jagdgesellschaften.
Die Jäger wollen jetzt direkt mit dem zuständigen Regierungsrat Stephan Attiger reden und ihm ein Standpunktepapier übergeben. Geplant ist auch eine Petition mit konkreten Forderungen des AJV. Weiter behalten sich die Jäger als Option vor, den politischen Weg einzuschlagen und allenfalls eine Revision des Jagdgesetzes anzustreben. (to)

Weit mehr betroffen sind jene Waidmänner, die bisher durch das Revier Rottenschwil pirschten. Das soll es künftig nicht mehr geben. Wie in Hermetschwil ist der Grund dafür das Schutzgebiet am Flachsee. Dieses Revier unter der Obhut des Kantons soll ausgeweitet werden. Ebenfalls grösser werden soll das Revier Unterlunkhofen.

Der Kanton führt für die geplante Anpassung jagdliche und wildbiologische Gründe an. So soll kein Revier mehr kleiner als 200 Hektaren sein. Das ist im Freiamt allerdings schon heute kaum der Fall. Unter diese Klausel fällt mit 172 Hektaren lediglich Hilfikon. Uezwil, das zweitkleinste Revier in den Freiämter Bezirken Bremgarten und Muri, weist bereits eine Fläche von 262 Hektaren aus.

Jäger können Stellung nehmen

Beim Kanton wird Wert darauf gelegt, dass die gemachten Vorschläge noch keineswegs beschlossene Sache seien. Die Jagdgesellschaften können sich bis im April in einer Vernehmlassung äussern. Auf die zuständige Abteilung Wald im Departement Bau, Verkehr und Umwelt wartet Arbeit. Denn auch die betroffenen Freiämter Jäger sind über die Pläne des Kantons nicht eben glücklich. Die Jagdreviere seien über Jahrzehnte immer wieder den neuesten Erkenntnissen und Erfordernissen angepasst worden. Es sei nur schwer nachvollziehbar, weshalb der Kanton jetzt teilweise so stark eingreifen wolle.