Muri
Jäger im Bezirk Muri haben Nachwuchs-Sorgen

Der Aargauische Jagdschutzverein Bezirk Muri zog an der Bezirksversammlung Bilanz über das vergangene Jagdjahr. Sehr viel Wild sind dem Strassenverkehr zum Opfer gefallen.

Céline Arnold
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Präsident Patrick Isler und Sekretär Urs Wirth. Céline Arnold

Präsident Patrick Isler und Sekretär Urs Wirth. Céline Arnold

45 Jagdkameraden kamen an der diesjährigen Bezirksversammlung in Muri zusammen und blickten gemeinsam mit Präsident Patrick Isler auf ein vielfältiges und intensives Jahr zurück. Themen waren etwa die Vorstellung der Jagd bei der Landwirtschaftsausstellung im vergangenen August in Lenzburg sowie Wechsel in der Amtsbelegung. Zudem sprach Isler den medialen Auftritt des Jagdschutzverbandes an. «Ich denke, es ist nach wie vor sehr wichtig, dass wir uns in der Öffentlichkeit präsentieren», sagt er.

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Auch die Murianer Gemeinderätin Milly Stöckli war anwesend und dankte den Jägern für ihre Arbeit zur Wildregulierung und den Tierschutz. Aus der Versammlung wurde der Antrag gestellt und genehmigt, dass jeder Pächter pro Jagdverein im Bezirk Muri alle 11 Jahre einen Betrag von 30 Franken an die Generalversammlung im eigenen Bezirk leisten muss.

Sekretär Urs Wirth stellte den Saldo der Bezirkskasse vor: Sie schliesst mit einer Vermögensverminderung von 194 Franken und weist per 25. Oktober 2013 einen Saldo von 4516 Franken auf.

Als Gastreferent stellte Benedikt Gehr von der Universität Zürich ausführlich ein universitär geleitetes Rehprojekt im Simmental vor. Dieses Projekt hat erst kürzlich sehr viel mediale Aufmerksamkeit erhalten: In Rahmen der Beobachtungen mussten mehr als 20 Rehe abgeschossen werden. Sie drohten wegen eines technischen Fehlers, an den ihnen für Forschungszwecke umgehängten Sendern zu ersticken.

Jägerinnen wären willkommen

An der Versammlung kam die Rede auch auf die aktuelle Zusammensetzung des Vereins. Es gibt Nachwuchs-Schwierigkeiten. Die meisten Mitglieder sind älteren Jahrgangs – auch die Jungjäger, von denen dieses Jahr 32 brevetiert wurden (2012 waren es deren 35). «Ich möchte die Jagdvereine aufmuntern, sich wieder vermehrt um unseren Nachwuchs zu kümmern», ermutigte Isler denn auch seine Jagdkameraden. Neben jungen Leuten sind auch Frauen eine Minderheit im Jagdverein, der eindeutig noch eine Männerdomäne ist. «Wir haben sehr wenige Frauen im Verein», bestätigte Isler. «Dabei sind wir offen für alle und freuen uns über neue Jungjäger und Jungjägerinnen.»

Mehr tote Rehe

Keine Schwierigkeiten hatte der Jagdverein mit der Umsetzung der Abschussvorgabe für das Rehwild. 381 Tiere wurden 2013 erlegt. Die Vorgabe von 363 Tieren wurde damit um 18 Tiere (oder 5 Prozent) übertroffen. Leider fielen auch 92 Rehe dem Strassenverkehr zum Opfer. «Das zeigt, dass entweder die Wildwarngeräte etwas an Wirkung verloren haben oder, dass sich der Rehwildbestand positiv entwickelt», fasst Isler zusammen. Ob die Ursache auch auf unaufmerksame oder gar rücksichtslose Autofahrer zurückgeführt werden könnte, wurde nicht gefragt.