Wohlen
Ja zum Fisher-Gebäude, nein zum Isler-Areal-Kredit

Der Gemeinderat will für das Isler-Areal eine «andere Art des Verkaufs» angehen. Indes zeigt sich die SVP überrascht, die Abstimmung mit 270 Stimmen Vorsprung gewonnen zu haben, und das bei einer Stimmbeteiligung von 43 Prozent.

Dominic Kobelt
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Die Wohler stimmten dem Kauf des Fisher Scientific-Gebäudes klar zu. Damit werden hier bald Feuerwehr, Werkhof und Zivilschutz Unterschlupf finden. Dominic Kobelt

Die Wohler stimmten dem Kauf des Fisher Scientific-Gebäudes klar zu. Damit werden hier bald Feuerwehr, Werkhof und Zivilschutz Unterschlupf finden. Dominic Kobelt

Dominic Kobelt

Christian Lanz (SVP) zeigt sich positiv überrascht vom Resultat zur Referendumsabstimmung. 1749 Stimmberechtigte pflichten der SVP bei und lehnen den Rahmenkredit zur Investorenausschreibung für das Jacob-Isler-Areal ab. Das sind genau 270 mehr, als dem Vorhaben zugestimmt haben, das bei einer Stimmbeteiligung von knapp 43 Prozent. «Das ist erfreulich, die Stimmbürger haben klar in Erinnerung, für was das Land einst gekauft wurde. Man hat versprochen, die Grünzone zu erhalten», sagt Lanz.

Für Gemeindeammann Walter Dubler ist der Entscheid «ernüchternd». «Nach wie vor liegt jedoch ein mit Wohler Architekten ausgearbeiteter, rechtskräftiger Gestaltungsplan vor», sagt Dubler. «Damit soll ein zukunftstaugliches Quartier bezüglich Freiräumen und Bauten entstehen. Nachdem der Kredit für die Investorenausschreibung abgelehnt wurde, muss jetzt der Gemeinderat eine andere Art des Verkaufs angehen.» Der Gemeindeammann vermutet zudem, dass der generelle Nein-Trend bei den Abstimmungen auch eine Auswirkung hatte: «Ein Blick auf die kantonalen und eidgenössischen Abstimmungsresultate in Wohlen zeigt, dass die Nein-Stimmen dominieren. Ich gehe davon aus, dass sich diese Nein-Welle zum Teil auch auf die beiden Wohler Vorlagen abfärbte.»

«Genau überlegen, was es braucht»

Wie es mit dem Jacob-Isler-Areal genau weiter geht, bleibt abzuwarten. Im Abstimmungskampf gab es unter den Gegnern des Investorenkredits verschiedene Meinungen, was die richtige Lösung wäre. «Jetzt einfach nichts zu tun, wäre sicher falsch», meint Lanz. «Man muss sich jetzt genau überlegen, was wir in Wohlen wirklich brauchen.» Lanz denkt da auch an einen Platz für die Polizei oder eine Bibliothek. Ein Verkauf des Areals könne von der Bauverwaltung abgewickelt werden. «Wir sind nicht völlig dagegen, dass auf dem Areal gebaut wird, aber es muss sinnvoll gestaltet werden, ein grüner Kern mit Raum für regionale Festanlässe soll erhalten bleiben, und es soll nur das gebaut werden, was man wirklich braucht – leerstehende Ladenlokale gibt es in Wohlen genug», sagt Lanz.

Klares Ja zu Fisher-Scientific

Erwartungsgemäss haben die Wohler Stimmberechtigten dem Kauf des Fisher Scientific-Gebäudes zugestimmt. Über 76 Prozent halten es für sinnvoll, das Gebäude für gemeindeeigene Zwecke zu nutzen. «Damit wurde betreffend Entwicklung der Gemeindeinfrastruktur ein weitsichtiger Entscheid gefällt», so Walter Dubler. «Eine günstige Gelegenheit wurde beim Schopf gepackt. Der Erwerb des Gebäudes ist preiswert.» Nun könne die Infrastruktur für Werkhof, Feuerwehr und Zivilschutz zusammengeführt werden. «Damit wird die Gemeindeinfrastruktur optimiert.»

Nun können nicht nur verschiedene Betriebsteile gemeinsam genutzt werde, ein grosser Teil des Bürogebäudes kann die Gemeinde zudem vermieten und damit eine neue Einnahmequelle generieren. Gleichzeitig wird mit dem Wegzug des Werkhofs vom Bleichi-Areal Land frei, das die Gemeinde einst gebrauchen könnte. Der Kauf macht also auch im Hinblick auf einen möglichen Schulhausneubau oder einer neuen Turnhalle auf dem Bleicheareal Sinn.