Sarmenstorf

Ist der kleine Sandro (2) aus dem Aargau das erste Zika-Kind der Schweiz?

Ist der zweijährige Sandro wegen des Zika-Virus behindert? «Tele M1» hat die Freiämter Familie besucht.

Ist der zweijährige Sandro wegen des Zika-Virus behindert? «Tele M1» hat die Freiämter Familie besucht.

Er kam mit einem zu kleinen Kopf zur Welt und ist körperlich und geistig behindert. Die Eltern des Buben waren während der Schwangerschaft in der Karibik. Sie glauben, dass die Mutter dort mit dem Zika-Virus infiziert wurde.

Er kann nicht gehen oder sprechen und muss über eine Magensonde ernährt werden: Der zweijährige Sandro aus Sarmenstorf ist mit einem zu kleinen Kopf auf die Welt gekommen.

Er ist heute zwei Jahre alt, aber aufgrund seiner körperlichen und geistigen Behinderung auf dem Stand eines drei Monate alten Babys.

Seine Eltern Martin und Astrid Koch sind überzeugt, dass ihr Sohn das erste Schweizer Zika-Opfer ist, wie der «SonntagsBlick» berichtet.

Einen Gen-Defekt konnten die Ärzte ausschliessen

 «Tele M1» hat die Freiämter Familie besucht. «Wir haben den Befund bekommen, dass unser Sandro Mikrozephalie im Zusammenhang mit Lissenzephalie hat. Das heisst: ein kleines Hirn und wenig Hirnwindungen», sagt der Vater zu dem Regionalsender.

Einen Gen-Defekt haben die Ärzte ausschliessen können. Eine Infektion mit dem Zika-Virus, das vor allem in Süd- und Mittelamerika durch Mücken übertragen wird, ist deshalb wahrscheinlich. 

Plötzlich litten sie unter starkem Durchfall

Die Eltern haben einen guten Grund für ihre Befürchtungen: Vor zweieinhalb Jahren, als Astrid Koch in der achten Woche schwanger war, machten die beiden in der Dominikanischen Republik Ferien.

Nach etwa drei Tagen litt das Paar an starkem Durchfall. «Wir haben den Hotel-Arzt aufgesucht und den TCS-Auslandservice kontaktiert wegen der Medikamente und der Schwangerschaft», erzählt Astrid Koch.

Nach gut fünf Tagen sei es besser geworden. Ein Infektionsrisiko war den werdenden Eltern damals noch nicht bekannt.

 «Warum wir, warum unser Kind?»

Als die Eltern erfuhren, dass mit ihrem Kind etwas nicht stimmt, brach eine Welt zusammen.

«Warum ich, warum wir, warum unser Kind? Wie gehts jetzt weiter?», habe sie sich gefragt, sagt Astrid Koch heute. «Es war unbeschreiblich – ich habe zwei Wochen lang nur noch geweint.» 

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Heute geniessen die beiden die Zeit mit ihrem kleinen Engel. Und sie wünschen sich weiteren Nachwuchs.

Eine abschliessende Diagnose und damit den Beweis, dass ihr Kind aufgrund des Zika-Virus behindert ist, werden die Eltern jedoch nie erhalten. (smo)

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