«Das Wakkerpreis-Potenzial ist vorhanden», führte Kantonsplaner Daniel Kolb an der Versammlung aus, es gebe aber noch vieles zu tun. Erstaunlich sei, wie vorteilhaft sich Wohlen in den letzten Jahren entwickelt habe. Kolb bezeichnete die Villa Isler als «echtes Juwel».

Eine Aufgabe, die alle angeht

Die Villa Isler, heute das Strohmuseum, sei ein gutes Beispiel dafür, dass man über solche Kulturgüter «nicht einfach die Käseglocke stülpen sollte», sagte der Kantonsplaner. Obwohl die Villa mit dem Umbau Veränderungen erfuhr, habe die Ortsbürgergemeinde als Eigentümerin zu Recht den Aargauer Heimatschutzpreis erhalten.

Kolb rief die 96 Ortsbürgerinnen und Ortsbürger dazu auf, sich für die Umsetzung des revidierten Raumplanungsgesetzes einzusetzen. Mit diesem Erlass soll eine Verdichtung im Innern der Gemeinden angestrebt werden, eine Aufgabe, die man laut Kolb nur dann gut erfüllen kann, wenn Neubauten von Qualität entstehen und man auch die benachbarten Parzellen in die planerischen Überlegungen einbezieht. Alle Partner müssten dabei am gleichen Strick ziehen.

Gemeinderat Ruedi Donat nahm die Prognose, dass Wohlen ein Kandidat für den Wakkerpreis werden könnte, schmunzelnd zur Kenntnis. «Wir geben unser Bestes», sagte er.

Im Eiltempo genehmigte die Ortsbürgerversammlung die Ortsbürger- und Forstrechnung 2013. Donat teilte mit, dass die Bauabrechnung für den Umbau der Villa Isler zum Strohmuseum an der Wintergemeindeversammlung vorliegen werde. Das Museum, das Traulokal in der Villa Isler und der Park würden rege besucht. Für den Bau einer neuen Natelantenne beim Forsthaus genehmigte die Versammlung einen Baurechtsvertrag mit Sunrise Communications. Der jährliche Pachtzins beträgt 8000 Franken. «Der Standort der Antenne scheint unbestritten», meinte Gemeindeammann Walter Dubler.

Auszonungen und Verursacher

Dubler benützte die Gelegenheit, um auf eine leidige Sache zurückzukommen: Wegen des Widerstandes der SVP-Grossratsfraktion wurden 2013 grosse Landstücke in Wohlen nicht eingezont. Daher könne die Gemeinde heute Firmen, die Arbeitsplätze schaffen wollten, praktisch kein Land mehr anbieten. Ein Teil des nicht eingezonten Gewerbelandes gehört der Ortsbürgergemeinde.

Durch den für Wohlen schlechten Entscheid habe die Ortsbürgergemeinde ein Vermögen von sieben Millionen Franken verloren. Als Wortführer der Opposition kritisierte Dubler namentlich SVP-Grossrat Jean-Pierre Gallati und die damalige Einwohnerratspräsidentin und Grossrätin Marlis Spörri. Gallati habe innerhalb der vorberatenden Kommission gegen die Interessen von Wohlen gewirkt.

Nach Totenehrung und Apéro begaben sich die Bürger unter fachkundiger Leitung auf zwei Führungen durchs Strohmuseum und durchs Dorf.