Badanlage
Isenlauf-Kosten: Zeigen sich Bremgartens Nachbarn solidarisch?

Bisher haben sich nur Eggenwil und Zufikon an den Betriebskosten des Schwimmbads Isenlauf beteiligt. Das soll sich ändern. In fünf Gemeinden stehen Abstimmungen dazu an.

Christian Breitschmid
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Das Bremgarter Isenlaufwasser lockt auch viele Nachbarn zum Bade. (Archiv)

Das Bremgarter Isenlaufwasser lockt auch viele Nachbarn zum Bade. (Archiv)

Dominic Kobelt

Auf den Traktandenlisten der Einwohnergemeindeversammlungen von Berikon, Fischbach-Göslikon, Unter- und Oberlunkhofen sowie Zufikon findet sich diesen Herbst je dasselbe Traktandum: «Gemeindevertrag mit Bremgarten betr. Beteiligung an Betriebskosten Badanlage Isenlauf». Seit 2012 hat der Stadtrat von Bremgarten 18 Gemeinden in der Region kontaktiert, um sie zur Aushandlung eines solchen Vertrages einzuladen. Angesichts der Tatsache, dass nur ein Drittel der Besucher des Frei- und Hallenbades Isenlauf in Bremgarten wohnen, zwei Drittel aber aus den umliegenden Gemeinden anreisen, ein nachvollziehbares Ansinnen.

Verteiler gemäss Benutzung

An den Betriebskosten der Badanlage Isenlauf haben sich bisher nur Eggenwil und Zufikon beteiligt. Dafür kamen die Einwohner dieser Gemeinden auch in den Genuss vergünstigter Eintritte. Auf diesem Prinzip beruhen auch die Verträge, die mit den künftigen Trägergemeinden des Isenlaufs ausgehandelt wurden. Die Beiträge errechnen sich, basierend auf dem Anteil der Badbesucher aus der jeweiligen Gemeinde, aus den Betriebskosten und der Abschreibung/Verzinsung der für die Sanierung getätigten Investitionen. Den Mammutanteil des Isenlaufbetriebs bezahlt nach wie vor die Stadt Bremgarten, total 484 030 Franken. Die restlichen 179 970 Franken verteilen sich dann, gemäss vorhin beschriebenem Besucherschlüssel, auf die beteiligten Gemeinden – wenn deren Einwohner den Verträgen zustimmen.

«Ich hoffe schon, dass die Gemeindeversammlungen die Verträge genehmigen», sagt Stadtammann Raymond Tellenbach. «Würden sie die Verträge ablehnen, dann müsste Bremgarten die Unterhaltskosten alle selber tragen. Das würden wir dann schon spüren.» Vor allem aber bedeutete eine Ablehnung der Verträge einen herben Rückschlag in der Diskussion um alle regionalen Beteiligungen, so Tellenbach weiter. Das betreffe nicht nur die Badanstalt Isenlauf, das gelte dann auch für die neue Eishalle in Wohlen oder für das Sportzentrum Burkertsmatt in Widen. Auch da profitierten alle Gemeinden in der Region gleichermassen von den Angeboten dieser Anlagen.

Wohlen verhandelt noch

Auf der Liste der verhandlungsbereiten Gemeinden findet sich auch Wohlen. Doch ein Vertrag ist noch nicht ausgehandelt. Gemeinderat Roland Vogt, Finanzminister von Wohlen, erklärt: «Wir möchten uns mit einem einmaligen Beitrag am Hallenbad beteiligen. Wohlen hat ja ein eigenes Lehrschwimmbecken und ist dafür nicht auf Bremgarten angewiesen.» Im Gegenzug hätte Bremgarten sein Interesse angekündigt, sich an den Kosten der Wohler Eishalle zu beteiligen. Es hätten schon diverse Gespräche stattgefunden. «Mein Ziel ist es, dieses Geschäft im November noch in den Gemeinderat zu bringen, sodass der Einwohnerrat, wenn nötig, Anfang 2018 darüber befinden kann», sagt Vogt.

6 von 18 Gemeinden haben den Aufruf zum regionalen Solidaritätsbeitrag gehört. Ob und wie sie ihm folgen werden, zeigt sich noch diesen Monat.