Waltenschwil
Irgendetwas läuft hier ganz gewaltig «Verchehrt»

Die Musikgesellschaft Waltenschwil ist nicht nur musikalisch kreativ, das Programm überrascht immer wieder.

Verena Schmidtke
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Konzert der MG Waltenschwil
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Konzert der MG Waltenschwil Die Musikgesellschaft ist nicht nur musikalisch kreativ, das Programm überrascht immer wieder. Dieses Jahr konzertierte sie unter dem Motto "Verchehrt". Die MG hat ein abwechslungsreiches Programm zusammen gestellt.
Konzert der MG Waltenschwil Die Musikgesellschaft ist nicht nur musikalisch kreativ, das Programm überrascht immer wieder. Dieses Jahr konzertierte sie unter dem Motto "Verchehrt".
Konzert der MG Waltenschwil Die Musikgesellschaft ist nicht nur musikalisch kreativ, das Programm überrascht immer wieder. Dieses Jahr konzertierte sie unter dem Motto "Verchehrt". Konzentriertes Musizieren.
Konzert der MG Waltenschwil Die Musikgesellschaft ist nicht nur musikalisch kreativ, das Programm überrascht immer wieder. Dieses Jahr konzertierte sie unter dem Motto "Verchehrt". Seit wann dirigiert denn Nelly Stöckli?
Konzert der MG Waltenschwil Stefan Aegerter und seine Musiker.
Konzert der MG Waltenschwil Fabrice Meier steht sein erstes Solo bevor, prompt taucht er mit Nuggi und Teddybär auf.
Konzert der MG Waltenschwil Da ist doch etwas nicht ganz richtig, oder?
Konzert der MG Waltenschwil Die Musikgesellschaft ist nicht nur musikalisch kreativ, das Programm überrascht immer wieder. Dieses Jahr konzertierte sie unter dem Motto "Verchehrt". Stöckli findet, Teddys haben auf der Bühne nichts verloren.
Konzert der MG Waltenschwil Dafür holt sie die Tuba für den Solisten.
Konzert der MG Waltenschwil Es geht doch - Fabrice Meier überzeugt als Solist.
Konzert der MG Waltenschwil Dirigent Aegerter zeigt, wo es lang geht.
Konzert der MG Waltenschwil Hier sind nicht nur die Mützen verchehrt.
Konzert der MG Waltenschwil Solist Ralph Huwiler am Euphonium.
Konzert der MG Waltenschwil Die Junior Brass mit Markus Steimen.
Konzert der MG Waltenschwil Markus Steimen dirigiert die Junior Brass.

Konzert der MG Waltenschwil

Verena Schmidtke

Am Jahreskonzert der Musikgesellschaft Waltenschwil läuft vieles «Verchehrt», aber definitiv nichts falsch. Aufmerksame Konzertbesucher der letzten Jahre wunderten sich vermutlich bereits bei Sichtung des Programms. Demnach sollte Stefan Aegerter durch den Abend führen und Nelly Stöckli dirigieren. «Aber das ist sonst doch genau andersherum», wird sich der eine oder andere gedacht haben.

Jedenfalls greift Nelly Stöckli beim ersten Stück «Mailandzyt» selbstbewusst zum Taktstock, als hätte sie nie etwas anderes getan. Anschliessend erscheint Stefan Aegerter und begrüsst das zahlreich erschienene Publikum in der Bannegghalle. «Heute Abend ist unser Motto ‹Verchehrt›», erläutert er schmunzelnd, «finden Sie heraus, was das bedeutet.»

Der "falschen" Dirigentin wird es mulmig zumute

Vor der Musikgesellschaft stimmte die Junior Brass Bünzen-Waltenschwil die Besucher gekonnt und schwungvoll auf den musikalischen Abend ein. Weiter soll es mit einer anspruchsvollen, melancholischen «Nocturne» von Tschaikowsky gehen. Solist Ralph Huwiler steht schon bereit. Da wird es der Dirigentin anscheinend doch zu mulmig: «Aegi, wo bist du?» Der Gerufene stürmt auf die Bühne: «Ein wichtiges Telefon für Nelly. Ich übernehme hier.»

Nun darf auch der Solist entspannt unter der «richtigen» musikalischen Leitung hören lassen, was er kann. Stöckli übernimmt für den restlichen Abend wie gewohnt die Ansagen und rät dem Publikum, beim Titel «Bel Air» einfach die Augen zu schliessen und sich eine Autofahrt durch das berühmte Viertel von Los Angeles vorzustellen, es werde ruhige und rasante Momente geben. Damit verspricht sie nicht zu viel, die Musikgesellschaft zaubert eine Illusion des sonnigen Stadtteils mit seinen Prachtvillen gekonnt nach Waltenschwil.

Ein Solo mit dem Teddybär

Dirigent Stefan Aegerter erklärt: «Das Stück ‹Bel Air› ist unser Selbstwahlstück für das Kantonale Musikfest in Laufenburg, das im Juni stattfindet. Das Jahreskonzert ist eine gute Gelegenheit, es vorzustellen.» Mit dem bereits erwähnten «Mailandzyt» habe die Musikgesellschaft beim Musiktag in Tägerig gewinnen können, erwähnt er nicht ohne Stolz. Zur Mottowahl meint er: «Da haben wir uns vom Konzert ‹Andersch› von vor fünf Jahren inspirieren lassen. Das Publikum darf auf einige Überraschungen gespannt sein.»

An kreativen Einfällen mangelt es der MG Waltenschwil tatsächlich nicht. Nelly Stöckli kündigt für den Titel «The Teddy Bears Picnic» an: «Fabrice Meier präsentiert heute sein erstes Solo. Er hat sich extrem seriös vorbereitet und letzte Nacht kaum geschlafen.» Und schon schlurft der Erwähnte übernächtigt mit Nuggi im Mund und Riesenteddy im Arm über die Bühne. Empört entreisst ihm die Ansagerin das Plüschtier und reicht dem greinenden jungen Mann seine Tuba. Erst nach einigem Zögern spuckt er den Nuggi aus und macht sich ans Werk. Das extrem seriöse Proben hat sich gelohnt, Fabrice Meier wird mit Beifall belohnt. Das Publikum freut sich über einen gelungenen Abend, denn die Musikgesellschaft ist nicht nur musikalisch gut aufgestellt, sie besitzt auch Showtalent.