Was bedrückt die Anwohner der Gemeinde Oberlunkhofen? Und welche Änderungen wünschen sie sich für die Zukunft der Gemeinde? Mit diesen Fragen werden sich im kommenden Februar die Studierenden der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) beschäftigen. Im Rahmen ihrer alljährlichen Projektwoche untersuchen die Bachelorstudenten aus Zollikofen im Kanton Bern die Bedürfnisse der Bevölkerung verschiedener Gemeinden. Anfang Jahr reisten sie dazu nach Abtwil.

Dass die Projektwoche gleich zum zweiten Mal in Folge im Freiamt stattfindet, sei aber reiner Zufall, berichtet Alexandra Carter, eine der Organisatorinnen der Hochschule. Die kommende Projektwoche trägt den Titel «Oberlunkhofen – mit Weitsicht in die Zukunft» und soll den Studenten unter anderem die Möglichkeit bieten, ihre Fähigkeiten ausserhalb des Schulzimmers zu erweitern. Gleichzeitig sollen aber auch die jeweiligen Gemeinden von den Befragungen profitieren.

Ehrliche Küchentischgespräche

Abtwil, die Gastgemeinde von Anfang Jahr, profitierte viel von der Projektwoche. Gemeindeammann Stefan Balmer konnte sich zwar anfangs wenig unter dem geplanten Vorhaben der Hochschule vorstellen, als diese ihn im November vor einem Jahr zum ersten Mal kontaktierte. Nachdem er sich aber genauer über das Thema informiert hatte, stimmte er zu – und bereut es bis heute nicht. Im Gegenteil: «Ich kann dieses Projekt allen Gemeinden weiterempfehlen.»

Bei sogenannten «Küchentischgesprächen», die auch für Oberlunkhofen geplant sind, wurden die Abtwiler nach ihren Bedürfnissen befragt. Eine Methode, die sich in Balmers Gemeinde bewährt hat. «Die Gespräche waren unbefangen. Da keine Gemeindevertreter dabei waren, konnten die Teilnehmer wirklich anbringen, was sie bedrückt», erzählt er. So kamen Absichten hervor, die dem Gemeinderat noch unbekannt waren.

Zum Beispiel das Bedürfnis der älteren Bevölkerung, dass der Gemeinderat künftig auch an Seniorenessen erscheinen und dort über die Neuigkeiten informieren solle. Dieser Aufgabe hat sich der Gemeindeammann gleich selber angenommen. «Ich war schon zweimal bei einem solchen Essen und werde das in Zukunft sicher weiterführen.» Auch der Wunsch nach einer besseren Anbindung an den öffentlichen Verkehr in Richtung Seetal wurde beachtet. Dieser hat es sogar an eine höhere Instanz geschafft: «Wir konnten eine Petition mit 91 Unterschriften an den Kanton einreichen», berichtet Balmer.

Unterstützung der Gemeinde

Damit ein solches Projekt funktioniert, braucht es, wie schon in Abtwil, auch in Oberlunkhofen eine gute Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Gemeinde. Neben den Teilnehmern für die Interviews muss Logistisches wie Unterkunft und Verpflegung der Studierenden organisiert werden. Dabei wird die HAFL vom neu gewählten Gemeindeammann Alain Maître und Gemeindeschreiber Erwin Eichenberger unterstütz. Was sich die Gemeinde von der Woche erhofft, kann Maître jedoch noch nicht sagen, dafür sei es noch zu früh.

Am Ende ihrer Projektwoche werden die Studenten die Resultate zusammentrage und visuell aufarbeiten. Für die Präsentation der Ergebnisse soll am Freitag, 16. Februar, für alle Interessierten eine Infoveranstaltung stattfinden. Ausserdem sucht die Gemeindeverwaltung noch Freiwillige für die «Küchentischgespräche».