Villmergen

Internationale Regatta im Schwimmbecken: Die Franzosen hatten die Nase vorn

Am Footy-Cup segelten Teilnehmer aus ganz Europa um die Wette. 12 Boote aus fünf Ländern massen sich - am Schluss konnte Frankreich den Sieg einfahren.

«Zehn, neun, acht . . .», zählt die Speakerin den Countdown zur nächsten Runde ein. Nervös fahren die kleinen Boote hinter der Startboje hin und her, bereit, im richtigen Moment nach vorne zu preschen. Bereits beim Start bekunden Schweiz 83 und Schweiz 56 Probleme, sie stossen mit der Startboje zusammen und kommen nicht mehr richtig vom Fleck. Frankreich 124 hat die erste Kurve bereits gemeistert. Wenig später kommt es genau bei dieser Kurve zu einer verhängnisvollen Massenkarambolage.

Footy-Cup in Villmergen

Footy-Cup in Villmergen

Eine lautlose Massenkarambolage – zu hören ist zwar ein lauter Aufschrei und ein Pfiff, aber die Geräuschkulisse liefert das Fussballspiel, das hinter der Villmerger Badi auf der Sportanlage stattfindet. Die Segel und Masten, die sich ineinander verhadert haben, werden voneinander befreit, das Boot mit einem kleinen Schubser zurück ins Rennen geschickt. Aber Frankreich 124 ist unaufholbar und gewinnt diese Runde vor Schweiz 42 und Schweden 41.

Regen stoppt Frankreich nicht

Kaum sind alle im Ziel, verkündet die Speakerin: «Zwei Minuten bis zum Start.» Die Boote machen sich wieder parat. Wieder die gleiche Strecke, hinunter zu Boje 1, dann die Breite des Schwimmbeckens zu Boje 2, die Diagonale des Beckens zur Boje 3 und auf dem gleichen Weg zurück. Insgesamt werden heute 13 Läufe gesegelt, drei Mal wird der Kurs geändert.

Dafür haben sich die Bedingungen geändert: Regen setzt ein. Kein Problem für die Kapitäne der Mini-Boote. Die meisten Fernbedienungen sind unter einem Schutz versteckt und werden blind bedient. Die Kapitäne selber schützen sich Schirmmütze oder Baseballcap. Manche tragen wind- und wasserabweisende Overalls, ähnlich wie Fischer, um sich vor dem Regen zu schützen.

Frankreich 176 hat sogar ein Crew-Mitglied, das dem Kapitän den Schirm trägt. Das hätte zum entscheidenden Vorteil werden können: Der Kapitän von Frankreich 124, bereits wieder in Führung, verliert seine Brille bei einem Zusammenstoss mit dem Sonnenschirm. Obwohl sein Schiff danach für einige Sekunden auf sich allein gestellt ist, mag dies an den klaren Verhältnissen im innerfranzösischen Duell nichts zu ändern, Frankreich 176 ist weit abgeschlagen, während Frankreich 124 wiederum den Sieg einfährt.

Das wichtigste ist der Spass

Footy ist die weltweit kleinste gesegelte Regattaklasse und bezieht sich auf die Grösse der Boote – sie dürfen nur einen Fuss, also rund 30,5 cm lang sein. «Die meisten der Boote, die an einer Meisterschaft teilnehmen, sind selbst gebaut und oft auch selbst konstruiert», erklärt Dieter Schmitz, der den Wettbewerb organisiert hat. «Ich habe in den letzten zwei Jahren bereits zehn Footys gebaut und damit gute wie schlechte Erfahrungen gemacht. Das Wichtigste an dieser Bootsklasse ist aber der Spass, den einem diese Schiffchen bereiten.»

An der Regatta teilgenommen haben 12 Boote aus fünf Ländern. Im letzten Jahr waren es erst neun. Auch der jüngste Teilnehmer, gerade mal neun Jahre alt, hat einen Lauf gewonnen. Den Gesamtsieg hat aber Frankreich 124, Jean-François Bessière, eingefahren.

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