In der Gemeinde Aristau werden zwei Asylbewerber im Rahmen der Möglichkeiten für gemeinnützige Arbeiten eingesetzt. Dabei helfen sie dem Bauamt bei der Kehricht- und Grünabfuhr oder werden bei Umgebungs-, Garten- und Reinigungsarbeiten eingesetzt. «Das Beschäftigungsprogramm wurde erst eingeführt, wir müssen noch Erfahrungen sammeln», stellt Patricia Winterberg, Gemeindeschreiber-Stellvertreterin, Ansprechperson und Betreuerin der Asylsuchenden, fest.

«Die zwei Männer, die wir hier haben, nehmen die Möglichkeit aber sehr gerne wahr.» Neu ist die Situation auch für Kurt Käslin vom Bauamt und für Marcel Lang, Hausabwart. «Wir müssen uns noch etwas daran gewöhnen», stellt Käslin fest.

«Noch müssen alle Beteiligten den Spielraum eines solchen Beschäftigungsprogramms abtasten. «Man muss einerseits die geeigneten Arbeiten haben und andererseits die Leistungsfähigkeit der Arbeitswilligen einschätzen», macht Winterberg deutlich. Im Moment leben vier Asylbewerber in Aristau, eine Familie.

Beschäftigt werden Vater und Sohn dieser Familie. «Die Arbeiten müssen zwingend der Allgemeinheit zugutekommen. Mit dem Einsatz der Asylbewerber wird niemandem der Job weggenommen», unterstreicht Winterberg. Ausserdem soll es sich um eine sinnvolle Tätigkeit handeln. «Es kann nicht sein, dass eine Arbeit um der Arbeit willen ausgeführt werden muss.» Für ihren Einsatz erhalten die Asylbewerber eine Motivationsentschädigung, die bei sieben Franken pro Tag liegt. Bezahlt wird sie von den Nutzniessern des Einsatzes, in diesem Fall von der Gemeinde Aristau.

Einblick in die Arbeitswelt

Für die Mitarbeiter des Bauamtes und der Schulhauswartung bedeutet das Beschäftigungsprogramm einen Zusatzaufwand und auch Neuland. «Kurt Käslin und Marcel Lang nehmen dabei eine gewisse Betreuungsfunktion wahr», stellt Winterberg fest. Die Sprachhürden sind mit dem Vater höher als mit dem Junior, welcher relativ gut Deutsch versteht und spricht.

Vormachen ist die Devise, wenn Erklärungen nicht genügen. «Der Einsatz bei der Gemeinde hat den Nebeneffekt, dass die Asylbewerber mit unserer Sprache im Alltag konfrontiert werden und sie so leichter lernen.» Das Beschäftigungsprogramm soll ihnen ebenso einen Einblick in die Arbeitswelt ermöglichen. So lernen sie die Schweizer Normen und Werte in den verschiedenen Arbeitsbereichen kennen. «Die Leute lernen zum Beispiel, dass man bei uns Abfall nicht einfach liegen lässt.»

Es sind noch wenige Gemeinden, die solche Programme führen. Aber Winterberg glaubt, dass das Bewusstsein wächst, Asylbewerber vermehrt zu beschäftigen. «Diese Leute sind da, und es ist für sie schwierig, den ganzen Tag nichts zu machen. Gemeinnützige Einsätze sind sowohl für die Asylbewerber als auch für die Gemeinschaft von Vorteil.»