Wohlen

Integra ist «angekommen» in den Tagesstrukturen

Hier wird gearbeitet und verpflegt: Eingangsbereich des Integra-Neubaus in Wohlen mit dem Restaurant Hans & Heidi.

Hier wird gearbeitet und verpflegt: Eingangsbereich des Integra-Neubaus in Wohlen mit dem Restaurant Hans & Heidi.

Der Geschäftsbericht 2017 der Integra, der Stiftung für Behinderte im Freiamt, steht unter dem Motto «Angekommen». Es bezieht sich auf mehrere Herausforderungen.

Der Alltag hat sie wieder, die Betreuten und das Fachpersonal der Integra in Wohlen. Sie sind angekommen. Angekommen im neuen Betriebsgebäude. Sie sind zwar bereits vor zwei Jahren dorthin gezogen, von der Jura- an die Allmendstrasse. Doch in dieser Zeit hatten sie grosse Herausforderungen zu meistern: Umzug, neuer Geschäftsführer und Eröffnung des öffentlichen Restaurants – weg vom guten alten Kantinenbetrieb. Grund genug für die Stiftung für Behinderte im Freiamt, ihren Jahresbericht 2017 unter das Motto «Angekommen» zu stellen.

Alles andere, als alltäglich

Feste Tagesstrukturen bedeuten für alle in der Integra tätigen Menschen Sicherheit und sie schaffen einen Rahmen, in dem sich alle unbeschwert bewegen können. Wie sie das tun, wie sie ihren Alltag meistern, in dem sie jetzt am neuen Ort so richtig angekommen sind, haben die Klientinnen und Klienten auf ihre ganz persönliche und unkonventionelle Art und Weise festgehalten. «Wie ein ganz normaler Tag bei der Integra aussieht, haben unsere Betreuten dokumentiert. Damit prägen sie den Geschäftsbericht, den wir alles andere als alltäglich finden», hielten Stiftungsratspräsident Josef Brunner und Geschäftsführer Urs Ammann in ihrem Vorwort zum Tätigkeitsbericht für das Jahr 2017 fest.

Die Integra, Stiftung für Behinderte im Freiamt, ist ein Unternehmen mit sozialem Auftrag für Jugendliche und Erwachsene mit einer geistigen, körperlichen oder psychischen Beeinträchtigung. Das Angebot umfasst geschützte Arbeitsplätze, betreute Wohneinrichtungen sowie Ausbildungs-, Abklärungs- und Eingliederungsplätze. Die Integra verfügt aktuell über 300 geschützte Arbeitsplätze und 67 Wohnplätze. 176 Personalangehörige teilen sich die rund 138 Vollzeitstellen.

Für die Leute im Gartenservice, den die Integra für externe Kundschaft anbietet, beginnt der Alltag frühmorgens. Zwölf Menschen mit besonderen Bedürfnissen, davon fünf Auszubildende, arbeiten in diesem «Green Team», begleitet von fünf professionellen Gärtnern als Leiterpersonen.

Im Produktionsbetrieb der Integra werden an die Beschäftigten recht hohe Anforderungen gestellt, vor allem auch hinsichtlich der Präzision und Qualität der Produkte. Der Werkzeug- und Maschinenpark ist professionell und ermöglicht daher die Bewältigung einer grossen Palette von Aufträgen ganz unterschiedlicher Natur. Etwa 1,8 Millionen Franken Umsatz pro Jahr generieren die rund 150 Mitarbeitenden in sieben Produktionsgruppen.

In den neun Kreativ-Werkstätten ist es je fünf bis sechs Betreuten (Stand: Ende 2017) möglich, ihrem Erfindergeist freien Lauf zu lassen und sich in der Ideenschmiede im geschützten Rahmen voll zu entfalten. Sie liefern immer wieder verblüffende Vorschläge für Produkte, die sie voller Hingabe kreieren.

250 Mahlzeiten am Tag

Die erfolgreiche Strategie der Integration verfolgt die Integra in ihrem öffentlichen Gastrobetrieb, wo rund 40 Personen beschäftigt sind, darunter ein Dutzend Menschen mit Beeinträchtigung. Sie sind eingesetzt in Küche, Service und Reinigung. Serviert werden im «Hans & Heidi», so der Name des Restaurants, etwa 250 Mahlzeiten am Tag.

Wie der Geschäftsbericht 2017 zeigt, wird in der Integra nicht nur gearbeitet, sondern auch gelebt: 66 Menschen mit Beeinträchtigung bilden insgesamt zehn Wohngruppen. Dazu heisst es im Bericht: «Auch wenn es fast wie eine Familie aussieht, sind die Wohngruppen doch eher bunt zusammengewürfelte Schicksalsgemeinschaften. Ein Zu- hause bieten sie aber allemal.»

Stiftungsversammlung heute Donnerstag, 18 Uhr, Restaurant Hans & Heidi in der Integra

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