Mit dem Neubauprojekt betrete die Integra tatsächlich Neuland, betonte Stiftungsratspräsident Josef Brunner, der die Wettbewerbsjury leitete. Denn im geplanten Gebäude sei eine Mensa untergebracht, die gemeinsam mit der Kantonsschule Wohlen betrieben werde. Der Kanton habe diesem Vorhaben zugestimmt.

«Menschen mit einer Behinderung werden mit Kantonsschülern gemeinsam verpflegt: Das gibt es in der Schweiz noch nicht», sagte Stiftungsleiter Pascal Gregor. Das Restaurant wird auch für die Bevölkerung geöffnet. Brunner sprach von einem «Ort der Begegnung». Es habe Mut und Überzeugung gebraucht, um diese Idee zu realisieren.

Von 110 Architekturbüros aus der Schweiz, Deutschland, Polen, Dänemark und Österreich, die die Wettbewerbsunterlagen bestellten, reichten 60 ein Projekt ein. Neun zeichnete das Preisgericht unter der Leitung des Architekten Ueli Roth (Zürich/ Feldmeilen) mit einem Preis aus. Durchwegs Schweizer Architekten schafften es auf die ersten neun Plätze, darunter auch die Einheimischen Peter F. Oswald und Wydler + Wydler aus Bremgarten.

Eine offene Institution

Neben der Kantonsschule wollen die Sieger des Projektwettbewerbes mit einem dreiflügligen, zwei- bis dreigeschossigen Neubau eine «Landmarke» setzen, wie Architekt Tashi Dorji bemerkte. Der Haupteingang wird direkt an die Allmendstrasse gesetzt, damit die Bevölkerung die neue Integra auch so wahrnimmt, wie sie sich gibt: als offene Institution, die das Zusammenleben von handicapierten und nicht behinderten Menschen vorlebt.

Die Räume mit Publikumsverkehr, die Verwaltung, die Mensa mit dem öffentlichen Restaurant und der Verkaufsbereich für Produkte der Integra, werden rund um einen Lichthof, der über drei Geschosse läuft, im Erdgeschoss geplant, die Werkstätten und Arbeitsräume mit 240 Arbeitsplätzen werden darüber angeordnet. Der Neubau erhält mit einer Dachterrasse, gedacht als Ort der Erholung und Entspannung, quasi eine Krone. Die Güteranlieferung erfolgt vom Schützenmattweg her über einen Kehrplatz.

Die Architekten erstellen nun das Vorprojekt, das dem Kanton zur Prüfung eingereicht wird. Der erste Spatenstich dürfte 2013 ausgeführt werden, der Bezug ist 2015 vorgesehen. Die Baukosten sind noch nicht bekannt, ebenso wenig die Eigenleistungen, die die Integra aufbringen muss. Auf das frühzeitig eröffnete Spendenkonto wurden bisher laut dem Stiftungsleiter Pascal Gregor 600 000 Franken einbezahlt.

Die Wettbewerbsarbeiten werden vom 19. bis 28. August in der Halle der ehemaligen Maschinenfabrik Albin Müller AG am Schützenmattweg 22 der Bevölkerung präsentiert (19. 8. 18 bis 20 Uhr, 20. 8. 10 bis 13 Uhr, 21. 8. 14 bis 17 Uhr, 22. bis 26. 8. 17 bis 20 Uhr, 27. 8. 10 bis 13 Uhr und 28. 8. 14 bis 17 Uhr).