Oberrüti

Instagram mal anders: Mit der Kamera dokumentieren Kinder Klimaschutz und Toleranz

Mit ihrem Fotoprojekt erhielten die Oberrüter Klassen 5 und 6b eine Sonderausstellung an der «photoSCHWEIZ20».

Sie haben fotografiert, die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6b in Oberrüti. Sie haben das so gut gemacht, dass sie sogar eine Sonderausstellung an der «photoSCHWEIZ20», der grössten und wichtigsten Werkschau für die Schweizer Fotografie-Szene, erhalten haben.

Angelehnt an die aktuellen Fridays-for-Future-Demonstrationen haben sie zu den Themen Klimaschutz, Toleranz und Freundschaft Bilder geschaffen, die berühren und die Betrachterinnen und Betrachter auffordern, nicht nur zu demonstrieren, sondern aktiv zu werden, zu handeln, Toleranz zu zeigen, Menschen zu vertrauen. «Das ist der Weg zu einer besseren Welt», sind sie überzeugt.

Auch Ursprünge der Fotografie kennen gelernt

Das Projekt kommt nicht von ungefähr. Lehrer Thomas Biasotto ist professioneller Fotograf und nur teilzeitlich in der Schulstube. Er hat seine Hasselblad-6x6-Kamera in die Klasse genommen, eine Kamera, wie sie die Handy-Generation kaum gesehen hat: Analog, mit Film drin, den man entwickeln muss, bevor man sieht, was und vor allem wie man fotografiert hat.

«Mir war es ein Anliegen, dass die Kinder die Ursprünge der Fotografie kennen lernen», sagt er. Geschehen ist das nicht nur mit verblüffendem fotografischem Erfolg, wie die Sonderausstellung in Zürich zeigt, sondern mit einem sehr viel weiter gehenden Lerneffekt. «Wir haben viel gelernt», bemerken die Schülerinnen und Schüler, die bisher praktisch alle nur mit dem Handy fotografiert haben, «und die Arbeit hat unsere Klasse zusammengeschweisst».

Bilder erzählen eine Geschichte

Sie haben buchstäblich vor Augen geführt bekommen, dass Bilder nicht nur Selfies und Knipsereien auf Instagram, Whatsapp und Co. sind. Bilder erzählen im Idealfall eine Geschichte, transportieren eine Aussage, und diese kann man als Fotografin, als Fotograf beeinflussen. Wer die Perspektive verändert, erhält ein anderes Bild.

Das ist, wie die Kinder selbst feststellen, nicht nur beim Fotografieren so. Die Jugendlichen sind aber ebenso sensibilisiert darauf, dass Fotos heikel oder sogar gefährlich sein können. Sie wissen, wie blitzartig Bilder auf den sozialen Medien verbreitet werden.

Es ist ihnen bekannt, dass Fotos unter Umständen für Mobbing missbraucht werden können. Und es ist ihnen bewusst, dass man nicht jede und jeden ungefragt fotografieren darf. «Das sind aber Themen, die an den Schulen ohnehin zur Sprache kommen», macht Biasotto deutlich.

Heute ist die mit Spannung erwartete Vernissage

Heute Donnerstag reisen die Schüler mit ihren Eltern nach Zürich an die Vernissage der «photoSCHWEIZ20». An der grössten Werkschau für Fotografie der Schweiz zeigen über 250 nationale und vereinzelt internationale Fotografen aktuelle Arbeiten. «Ich selber konnte dort bisher noch nie meine Arbeiten zeigen», sagt Berufsfotograf Thomas Biasotto.

«Jetzt können Sie es dank uns», trösten die Oberrüter Schülerinnen und Schüler ihren Lehrer. Letztes Jahr strömten gut 27 000 Besucherinnen und Besucher an die «photoSCHWEIZ». Sie dauert bis am Dienstag, 14. Januar, Halle 622 & StageOne, Zürich-Oerlikon.

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Autor

Eddy Schambron

Eddy Schambron

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