Tiere sind für eine Institution wie das Haus Morgenstern, also für Menschen mit mehrfachen Behinderungen, äusserst wichtige Bezüge. Mit der Pflege von Tieren – und auch nur dem Streicheln eines Kaninchens – lernen die Betreuten, Verantwortung zu übernehmen. Die Beschäftigungsgruppe «Landwirtschaft», in der Kleintiere gehalten werden, ist eine sinnvolle Tagesstruktur nahe an der Natur. Die Bewohnenden lernen, sorgsam mit Lebewesen umzugehen, und bauen zu den Tieren Beziehungen auf, was ihnen bei Menschen oft schwerfällt. Mit Tieren können Bewohnende, die zeitweise zu Aggressivität neigen, ihre «feinen» Seiten zeigen. Ob Büsi oder Hund, Ziege oder Huhn, die Tiere im Haus Morgenstern wirken beruhigend, vermindern Einsamkeit und geben den Betreuten das schöne Gefühl, gebraucht zu werden.

Das bisherige Kleintiergehege mit dem kleinen Landwirtschaftsgebäude musste dem Neubau «Oase» weichen. Eine wichtige Beschäftigungs- und Freizeitmöglichkeit ging dadurch verloren. Deshalb hat der Stiftungsrat beschlossen, an einem anderen Standort einen neuen Kleintiergarten zu realisieren.

Die grösste Spende bisher

Dieser Kleintiergarten auf dem Hasenberg ist einmalig in der ganzen Region. Auch deshalb setzt sich der Verein Insieme von Eltern und Freunden geistig Behinderter im Freiamt gerade für diese Klientel aktiv ein. Die 15'000 Franken, die er an der Generalversammlung einstimmig beschlossen hat, sind die bisher grösste Spende für den Kleintiergarten im Haus Morgenstern, das freut Stiftung und Bewohner.

Der Kleintiergarten kostet satte 320'000 Franken. Das meiste Geld geht an Garten und Wege und an die Umgebung, 100'000 Franken an Gebäude. So ein Vorhaben braucht Vorbereitung. Plan und Ausführung unterliegen der Spezialfirma «Glovital» vom Bodensee. Die Gitter gegen Füchse und Dachse müssen tief in den Boden eingelassen werden. Hühner werden gegen Raubvögel abgedeckt.

Diverse Kleintiere ziehen nun nach und nach ein. Chüngel sind schon da, haben aber noch keine Namen. Weil das Gras auf der Wiese noch nicht genügend gewachsen ist, geniessen die Zwerggeissen derzeit noch Asyl im alten Schafstall. Zum Schluss werden zudem Schafe, Enten, Zwerghühner und mehr hier artgerecht gehalten. Die Bewohner lieben ihre Tiere. Und die Eier kommen dann in den Geschenkladen.