Kunstrasenplatz

Innovativ und umweltfreundlich: Bald kann in Villmergen Kork-Fussball gespielt werden

Der neue, mit umweltfreundlichem Granulat verfüllte Kunstrasenplatz in Villmergen ist weitgehend fertig.

«Wir verfüllen hier erstmals einen Kunstrasen mit Korkgranulat. Das Verfahren ist gleich wie beim Verfüllen mit Kunststoffgranulat. Wir können auch dieselben Maschinen einsetzen», erklärte Joel Machado Carneiro. Machado Carneiro ist Vorarbeiter bei der Abteilung Sportbeläge der Firma Walo Bertschinger, die den neuen Kunstrasenplatz auf der Sportanlage Badmatte in Villmergen realisiert.

Drei Meter breite Bahnen wurden lose verlegt

In den letzten Tagen hat man vorerst den eigentlichen Kunstrasen auf die wasserdurchlässige Sickerasphalt-Unterlage eingebaut. Die drei Meter breiten Bahnen sind laut Pascal Stamm vom Landschaftsarchitekturbüro Graber Allemann GmbH aber nicht auf den Boden geklebt worden, sondern lediglich lose verlegt worden. Die einzelnen Bahnen wurden aber miteinander verbunden.

Dann kam der Sand: 120 Tonnen hat Joel Machado Carneiro mit seinem Team verfüllt. Mit der gleichen Maschine, mit der er am späteren Mittwochnachmittag auch damit begonnen hat, das Korkgranulat einzubringen. «Grundsätzlich verfüllen wir gleich viel Korkgranulat wie Sand. Der Kork ist aber viel leichter als Sand, wir brauchen davon nur 36 Tonnen. Doch wie man an den grossen Säcken sieht, hat er ein deutlich grösseres Volumen», erläuterte der Vorarbeiter.

Je nach Wetter sei sein Team heute Freitag mit der Verfüllung des Platzes fertig und theoretisch könnte er dann bereits auch bespielt werden: «Wir müssen das Spielfeld nächste Woche aber noch reinigen», sagte er.

Noch fehlen die Tore und Spielerbänke

Mit «Kork-Fussball» ist aber vorerst noch nichts: «Es gibt nächste Woche noch verschiedene Abschlussarbeiten zu erledigen», erklärte Pascal Stamm. Die Beleuchtung müsse fertig eingerichtet und eingestellt werden, die Tore der Umzäunung montiert, der Zugang sei noch nicht ganz fertig und auch die Fussballtore und Spielerbänke würden noch fehlen. «Wenn in den nächsten Tagen alles rundläuft, können die Fussballer den Kunstrasen am letzten Oktoberwochenende in Beschlag nehmen», sagte Stamm.

Danach werde umgehend die umfassende Sanierung des Naturrasens auf dem Hauptfeld in Angriff genommen, inklusive Neubau der Entwässerung, erklärte Stamm weiter. Das, so schätzt er, werde bis Ende Jahr dauern. Ob bis dahin auch der geplante Rollrasen verlegt werden kann, hänge vor allem von der Witterung und vom Baufortschritt ab. Im Frühling 2020 könne der sanierte Hauptplatz dann aber sicher bespielt werden. Ebenfalls bereits fertiggestellt und angesät worden ist übrigens auch das kleine Trainingsfeld nördlich vom neuen Kunstrasenplatz. Bis dort erstmals ein Ball rollt, braucht es aber sechs Vegetationsmonate. Laut Pascal Stamm dürfte es im Frühsommer 2020 so weit sein.

Erster mit Korkgranulat der Deutschschweiz

Der neue Kunstrasenplatz auf der Villmerger Sportanlage, die derzeit für knapp 5 Mio. Franken saniert wird, ist der erste in der Deutschschweiz, der nicht mit Kunststoff-, sondern mit Korkgranulat verfüllt wird. Ursprünglich war auch hier Kunststoffgranulat geplant. Baukommission und Villmerger Behörde gingen aber wegen der aktuellen Diskussionen um die negativen Auswirkungen von Mikroplastik auf die Umwelt noch einmal über die Bücher. Ende Juli ist eine grössere Delegation (Mitglieder des Fussballclubs, Mitarbeiter des Werkhofs, Sportplatzplaner, Gemeindeammann, Baukommissionspräsident) in die Romandie gefahren und hat verschiedene mit Korkgranulat hinterfüllte Plätze besichtigt und getestet. In der Westschweiz gibt es solche Plätze schon seit ein paar Jahren, und sie haben sich bisher bestens bewährt. Aufgrund der bei dieser Exkursion gemachten Erfahrungen haben die Villmerger umgehend beschlossen, ebenfalls auf die umweltfreundliche Kork-Variante umzuschwenken.

Autor

Toni Widmer

Toni Widmer

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