Dottikon

Inmitten von Rosen: Das war das wohl schönste Open-Air des Sommers

Das «Sounds of Garden» in Dottikon hätte als eines der einzigen Festivals 2020 doppelt und dreifach so viele Eintritte verkaufen können.

Endlich wieder lachen, Musik hören, Freunde treffen – und das an einem der wohl schönsten Open-Air-Orte, den man sich vorstellen kann: Das ist das Sounds of Garden in Dottikon im Rosengarten der Rosen Huber AG. An ihrem kleinen 5-Jahres-Jubiläum hätten die Organisatoren wohl doppelt und dreifach so viele Tickets verkaufen können. «Freitag und Samstag waren ausverkauft, die Wartelisten lang. An jedem Abend waren 250 Leute da», sagt OK-Präsident Jascha Baumann. Zum Vergleich: In den bisherigen vier Jahren kamen höchstens 220 Besucher pro Abend. Doch nach der langen Corona-Durststrecke wollten die Leute raus. Und da das Sounds of Garden eines der einzigen Festivals dieses Sommers bleiben dürfte, waren jenen, die ein Ticket ergattern konnten, Glück und Freude anzumerken.

«Jetzt holen wir das ganze Tanzen nach!»

Einer der Hauptacts war die Berner Mundart-Band Troubas Kater, die mit ihrem Gute-Laune-Mix aus Rap, siebenköpfiger Band inklusive Blasinstrumenten und fantasievollen Texten begeistert haben. Sie waren sich einig: «Normalerweise ist das Sounds of Garden eine schöne Abwechslung zu anderen Festivals. Diesmal ist es eine schöne Abwechslung zu keinen Festivals», wie der Sänger festhielt. «Früher habe ich mich nicht auf alle Konzerte gefreut, manchmal wäre ich lieber fischen gegangen. Heute frage ich mich, wie ich so arrogant sein konnte. Man muss erst alles verlieren, um schätzen zu lernen, was man zuvor Wochenende für Wochenende für selbstverständlich hielt.» Die Pedestrians, der Hauptact vom Freitag, riefen dazu auf: «Dies ist unser einziger Gig diesen Sommer. Jetzt holen wir das ganze Tanzen nach!»

Davon waren die Besucherinnen und Besucher begeistert. Die Eintrittsbeschränkung sorgte dafür, dass alle genügend Platz hatten. Und wer noch ein wenig abgeschiedener sein wollte, konnte im romantischen Rosengarten spazieren gehen oder sich in den Schatten eines Baumes setzen. Die liebevolle Dekoration tat das ihrige zur gemütlichen Atmosphäre.

«Wir sind absolut zufrieden mit dem Festival», hält Jascha Baumann fest. «Wir haben sämtliche Corona-Vorschriften gut einhalten können, und die Leute waren alle absolut verständnisvoll, dass sie eben ihre Kontaktdaten am Eingang hinterlegen mussten.»

Ob beim Essensstand, an der Bar, vor der Bühne oder auf einer der gemütlichen, kissenbedeckten Lounges – die Leute waren einfach nur fröhlich und glücklich, endlich wieder raus zu können. Umarmungen liessen viele noch aus. Die Herzlichkeit war aber dennoch spürbar.

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