Rudolfstetten

Ingo Malm sucht Unterstützung bei seinen Patienten

Ingo Malm

Ingo Malm

Der umstrittene Arzt Ingo Malm, dem das Gesundheitsdepartement die Zulassung entzogen hat, kritisiert die zuständige Regierungsrätin Susanne Hochuli scharf. Und er ruft seine Patienten zur Hilfe auf.

Ingo Malm ist der Meinung, das Departement Gesundheit und Soziales (DGS) habe ihm die Berufsausübungsbewilligung «offensichtlich unter massivem medialem, politischem und auch kollegialem Druck» entzogen (az vom 11. Mai). Dies schreibt der Arzt auf seiner Website und in einem Patientenbrief. Malm hält weiter fest, gegen den Entzug der Bewilligung seien «natürlich die notwendigen Rechtsmittel in Vorbereitung und werden eingelegt».

Malm kommentiert: «Es sieht so aus, als wünsche Frau Regierungsrätin Hochuli eine gerichtliche Entscheidung, um selbst keine politische Verantwortung übernehmen zu müssen.» Auch für ihn und das Praxisteam sei eine gerichtliche Klärung nötig, «obwohl wir beim Aargauer Verwaltungsgericht noch keine wirklich unabhängige Instanz erwarten». Dazu seien die kantonalen Gerichte «viel zu sehr mit den jeweiligen Kantonsregierungen verwoben».

Malm kritisiert DGS-Entscheid

Zum Entzug seiner Bewilligung hält Malm fest, das DGS habe «keine Begründung, sondern nur Vermutungen» angeführt. Der Entscheid enthalte «unbewiesene Behauptungen, alle nicht selber vom Departement ermittelt, sondern von Medien einfach abgeschrieben.» Malm kritisiert weiter, nicht abgeschlossene, völlig offene Verfahren würden als schon sicher abgeschlossen betrachtet.

Auffällig ist aus seiner Sicht auch, dass der Entscheid des DGS «kein einziges Wort zu unserem freiwilligen - und vielfach lebensrettenden - Engagement im Rettungsdienst und Notarztdienst» enthalte. Eine Abwägung von Für und Wider werde gar nicht erst durchgeführt. Malm kritisiert, die Presse sei «faktisch vor uns selber informiert» worden. Diese steht allerdings im Widerspruch zur Aussage von Malms Anwalt, der gesagt hatte, der Entscheid des DGS sei dem Arzt am 7. April, also vier Tage vor dem Artikel in der az, zugestellt worden.

Darlehen von Patienten unzulässig?

Malm wendet sich auch an die Patienten, die der Praxis oder ihm Darlehen gewährt haben. «Das DGS behauptet, sie hätten dies gar nicht gedurft», schreibt er. Und: «Jedenfalls ist dies einer der Punkte (ohne dass Rechtsgrundlagen aufgeführt wären), die mir vorgeworfen werden.»

Der deutsche Arzt ruft seine Patienten zur Hilfe auf: «Kommunizieren Sie offen, dass es in der Praxis im vollen Umfang weitergeht.» Malm hofft, dass sie «auch Freunde und Bekannte dazu bringen, sich solidarisch für ein rechtsstaatliches Verfahren einzusetzen». In einem entsprechenden Formular am Ende des Patientenbriefs müssen potenzielle Unterstützer nur noch Ihren Namen eintragen.

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