Niederwil / Dottikon
Inferno in Dottikon – 300 Soldaten erproben Grossbrand

Mit der Verlegung von acht Kilometer Schlauch trainierte das Militär Unterstützungshilfe für zivile Einsatzkräfte. Im Ernstfall eines Grossbrandes muss erprobt sein, durch schwieriges Gelände Wasser zu transportieren.

Lukas Scherrer
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Soldaten bei der Positionierung der Hydraulikpumpe für die Übung.

Soldaten bei der Positionierung der Hydraulikpumpe für die Übung.

Lukas Scherrer

Grossbrand im Industriegebiet von Dottikon: wütende Flammen, giftige Chemikalien und unzählige Verletzte. Was nach einem wahren Horror-Szenario klingt, ist glücklicherweise nur die gross angelegte Übung «FUEGO», welche das Militär am Donnerstag durchführte.

Rund 300 Personen standen von den Morgenstunden bis zum späten Abend im Dauereinsatz und trainierten für den Ernstfall.

Höchstmass an Koordination

«Sinn und Zweck der Übung ist es, in kurzer Zeit und durch ein schwieriges Gelände Wasser zu transportieren, um damit zivile Einsatzkräfte am Unfallort zu unterstützen», erklärte David Rickenbach, Presse- und Informationsoffizier des Katastrophenhilfebataillons 23.

Von einem schwierigen Gelände konnte man in der Tat sprechen, mussten für den Wassertransport vom Gnadenthal bei Niederwal bis nach Dottikon doch mehrere Strassen und viele Höhenmeter überwunden werden.

Damit die rund acht Kilometer lange Wasserleitung am Nachmittag in Dottikon rechtzeitig in Betrieb genommen werden konnte, arbeiteten einzelne Truppen à 40 bis 50 Mann parallel und kümmerten sich um je einen Kilometerabschnitt der Strecke.

Motiviert und präzise verlegten sie die Schläuche, setzten Schlauchbrücken für den Strassenverkehr und brachten Hydraulikpumpen in Position. «Die Übung verlangt ein Höchstmass an Koordination», erläutert Rickenbach. «Es müssen Konzepte erarbeitet werden, damit der Verkehr möglichst wenig tangiert und trotzdem nicht zu viele Höhenmeter überwunden werden müssen.»

4250 Liter pro Minute gefördert

Damit der Wasserdruck in über die lange Strecke gewährleistet blieb, installierten die Soldaten nach jedem Kilometer ein Auffangbecken mit je 35 000 Liter Fassungsvermögen und setzten eine neue Pumpe für den Weitertransport ein. «Mit 200 PS Leistung fördern wir rund 4250 Liter Wasser pro Minute», erklärt Gerätewart Pascal Hotz und fügt an: «Mit einem Umbau könnten wir sogar das Doppelte fördern, würden aber an Druck verlieren.»

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