Alikon/Sins
Indianerinnen und Indianer am Waldrand von Alikon

Gegenwärtig befinden sich 30 Indianerinnen und Indianer auf einer Wiese am Waldrand von Alikon. Im Tipi-Lager des WWF geniessen sie das Indianerleben mit allem Drum und Dran.

Eddy Schambron
Drucken
Teilen
Indianercamp
3 Bilder
Abhängen in der Hängematte – so macht das Lagerleben auch Spass.
Indianer schiessen mit Pfeil und Bogen – selbstverständlich auch in Alikon.

Indianercamp

Eddy Schambron

Die Kinder heissen «Schneller Fisch», «Inolia» oder «Schwimmende Schlange», sie haben keine Uhr und kein Handy, weil Indianer das nicht kennen. Der «Niesende Biber», der «Häuptling» sozusagen, lässt ihnen die freie Entscheidung, mitzumachen oder rumzuhängen. Willkommen im Tipi-Lager des WWF in Alikon. Diese Woche sind hier 30 Kinder zwischen 8 und 12 Jahren aus der Deutschschweiz auf der Weide des Pony- und Erlebnisbauernhofes «Elfenhof» zu Gast. Sie geniessen das Indianerleben mit allem Drum und Dran.

Kalter Morgen

Am Morgen stehen die Indianer auf. Wann, wissen sie eigentlich nicht. «Wenn es hell wird», sagt «Seepferdli». «Wenn der Güggel kräht», ergänzt «Schwimmende Schlange». Auf jeden Fall ist es jeweils noch kalt. Und ins Bett, beziehungsweise aufs Nachtlager im Tipi ziehen sie sich zurück, wenn sie müde sind – nach einem spannenden Tag in der Prärie und nach der gemütlichen Runde rund um das Lagerfeuer.
Sie beschäftigen sich tagsüber mit Schnitzen und Pfeilbogen schiessen, kreieren Indianerschmuck und Traumfänger, lernen Kräuter und ihre Wirkung kennen, singen oder machen Musik, besorgen Feuerholz und Trinkwasser, geniessen engen Kontakt zu Ponys und die Kameradschaft untereinander. «Wichtig ist uns, den Kindern nicht nur Spiel und Spass zu bieten, sondern auch den Respekt zur Natur zu vermitteln», sagt «Niesender Biber» alias Patrick Kuster. Seinen Namen hat er, weil er einer ist, der den Heuschnupfen einfängt. Er ist der Animator, der ruhende Pol, der die Übersicht behält und dafür geradesteht, dass trotz aller Abenteuer die Sicherheit der Kinder gewährleistet ist. Acht Leiterinnen und Leiter helfen ihm dabei. «Hier in Alikon finden wir tolle Bedingungen vor, die Bauernfamilie Bösch ist sehr offen, unkompliziert und hilfsbereit.»

Regenfeste Indianer

Den Kindern gefällt es, hier zu sein, auch wenn der Häuptling am Anfang alle Reserveschlafsäcke und Wolldecken brauchte, weil zuerst heftige Regenfälle den Indianern zusetzten. Dann aber klarte das Wetter auf, am Feuer wurden die nassen Klamotten getrocknet und die Welt war wieder in Ordnung. Die Kinder haben nicht viele Pflichten, doch ihr Geschirr müssen sie selber abwaschen und ihren Schlafplatz in Ordnung halten.
Es findet kein Unterricht statt, aber es wird das Zusammenspiel der Elemente vermittelt. Heimweh darf sein, und selbst «Null-Bock», wenn die Eltern auf dem Besuch des Lagers beharrt haben. «Das erledigt sich nach einem, zwei Tagen praktisch von selbst, die sind dann oft besonders aktiv bei der Sache», weiss «Niesender Biber» aus Erfahrung. Er organisiert mit seinem Verein Erdechinde Lager seit vielen Jahren und weiss, wie die Küche und die Schlaf-Tipis in der freien Natur wettersicher aufgebaut werden. Es ist auch dieser Verein, der für den WWF Schweiz die Tipi-Lager durchführt. WWF Schweiz organisiert jedes Jahr 100 verschiedene Lager für Kinder und Jugendliche; rund 2000 profitieren jeweils davon.

Aktuelle Nachrichten