Mutschellen

In Zufikon sind Kernbohrungen geplant

Zusätzliches Trinkwasser ist sehr erwünscht: Rund eine Viertelmillion Franken will der Wasserverband Mutschellen ins Zufiker Grundwasser-Untersuchungsprogramm stecken.

Zusätzliches Trinkwasser ist sehr erwünscht: Rund eine Viertelmillion Franken will der Wasserverband Mutschellen ins Zufiker Grundwasser-Untersuchungsprogramm stecken.

Die Absicht ist klar: Der regionale Wasserverband Mutschellen will mehr eigenes Trinkwasser zur Verfügung haben und weniger auswärtiges Trinkwasser zukaufen müssen. Deshalb geht der Verband mit Bohrversuchen im Gebiet Breiten auf Wassersuche.

Bei der Wassersuche setzt der Verband auf den bestehenden Grundwassersee in seinem Verbandsgebiet Breiten in Zufikon. Das dortige Wasser nutzt man bereits via Wasserfassung und Pumpwerk. Allerdings sind Ergiebigkeit und Fördermenge der Fassung Breiten bescheiden. Das soll sich ändern.

«Vielversprechende Resultate»

Anfang Februar nahmen Fachleute im Gebiet Breiten geo-elektrische Messungen vor. Die Auswertung dieses Bodenscreenings verlief laut Martina Stadelmann, der Fachingenieurin des Mutscheller Verbandes, vielversprechend. Nach Ansicht von Hydrogeologen bestehen reelle Chancen, dass man bei einer Umplatzierung der Fassung Breiten künftig deutlich mehr Trinkwasser fördern kann als heute.

Jetzt wird der zweite Schritt des Untersuchungsprogramms in Zufikon vorbereitet: zwei bis drei Kernbohrungen in eine Tiefe von 20 bis 40 Meter des Erdreichs. Bohrungen sind bewilligungspflichtig. Das Bohrgesuch soll demnächst in «Aarau» eingereicht werden. «Wir gehen davon aus, dass die Bewilligung in zwei Monaten eintrifft und wir dann starten können», sagte Ingenieurin Martina Stadelmann an der Abgeordnetenversammlung des Wasserverbands in Berikon.

Im Gebiet «Breiten» stehen gegen Ende 2015 Vorarbeiten für ein zweites grösseres Projekt an, die Zufiker Hochwasserentlastung in Form einer offenen Bachführung. Der Vorstand des Wasserverbandes ist zuversichtlich, dass sich die beiden Projekte zeitlich nicht in die Quere kommen. Zudem habe man mit den Landeigentümern und Landwirten in der «Breiten» einen Konflikt bereinigen können, der nach Bekanntwerden der Wassersuche in Zufikon entflammt war.

Präsident Heiri Römer geehrt

17 Jahre arbeitete Heiri Römer (Widen) im Vorstand des Wasserverbandes mit, 11 Jahre war er Verbandspräsident. An der Tagung in Berikon wurde er verabschiedet und geehrt. «Er hat sich mit Leib und Seele für den Wasserverband engagiert», sagte Gemeinderat Felix Baur (Berikon), der neue Verbandspräsident und bisherige Vizepräsident. Als neuen Vizepräsident wählten die Abgeordnetenversammlung Gemeinderat Sascha Käppeli aus Rudolfstetten, als neue Vorstandsangehörige Gemeinderätin Louisa Springer aus Widen. Römer wird für den Wasserverband weiterhin als Buchhalter und Rechnungsführer tätig sein.

Zustimmung fanden drei Kreditabrechnungen und die Wasserverbandsrechnung 2014. Die Verbandsrechnung mit einem Aufwand und Ertrag von je 1,28 Mio. Franken ab. Letztes Jahr beschaffte der Verband 52% des benötigten Trinkwassers für die Haushaltungen der Mutscheller Gemeinden aus dem eigenen Grundwasser, 48% kaufte man zu. Fertiggestellt hat Ingenieurin Martina Stadelmann den Fachbericht «Gefahrenanalyse: Trinkwasserversorgung in Notlagen». Der Kanton Aargau wird den Bericht demnächst genehmigen und unterzeichnen. Auf gutem Realisierungsweg befindet sich Projekt «Wasserschutzzone Nüeschhau».

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