Solarenergie

In Zufikon blüht eine ganz besondere Blume, die immer Richtung Sonne blickt

Die Smartflower entfaltet sich morgens, folgt dem Stand der Sonne und faltet sich am Abend wieder zusammen. Dominic Kobelt

Die Smartflower entfaltet sich morgens, folgt dem Stand der Sonne und faltet sich am Abend wieder zusammen. Dominic Kobelt

Seit Montag steht auf der Wiese neben dem Schulhaus Zufikon eine ganz besondere Blume. Ihre Blüte hat einen Durchmesser von fast fünf Metern, gewachsen ist sie an nur einem Tag – und sie ist intelligent.

Seit Montag steht auf der Wiese neben dem Schulhaus Zufikon eine ganz besondere Blume. Ihre Blüte hat einen Durchmesser von fast fünf Metern, gewachsen ist sie an nur einem Tag, und sie ist intelligent: Wie eine Sonnenblume entfaltet sie sich morgens, folgt dem Tagesverlauf der Sonne und faltet sich abends selbstständig wieder zusammen. 

So produziert die Blüte, die aus Solarpanels besteht, 4000 Kilowattstunden Strom, die ins Zufiker Stromnetz eingespeist werden. Das ist etwa so viel wie der durchschnittliche Jahresverbrauch eines Haushalts. Auch bei starkem Wind falten sich die Panels zusammen, so ist die Anlage geschützt.

Ein weiterer Vorteil: Die Smartflower befreit sich selbst von Staubablagerungen oder Schnee – jeweils beim Auseinander- und Zusammenfalten. Ansonsten übliche Verluste in der Stromproduktion von bis zu 5 % werden minimiert.

Die Solarblume ist ein Geschenk der Elektra Zufikon an die Gemeinde. Die Elektra versorgt das einst von Landwirtschaft geprägte Dorf bereits seit 100 Jahren mit Strom. Besonders in diesem Jahr unternimmt die Gemeinde starke Anstrengungen, mehr Ökostrum zu produzieren.

An der letzten Sommergmeind beschloss die Versammlung einen Kredit über 300'000 Franken für den Bau einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Schulanlage. Der erzeugte Strom soll zu 55% direkt von der Schule genutzt werden, das entspricht etwas mehr als einem Drittel des Energieverbrauchs. Der Rest wird ins Netz eingespeist und so im Versorgungsgebiet verteilt.

Der Gemeinderat möchte aber auch den Bau privater PV-Anlagen fördern. Dies mit einem Förderprogramm über maximal 300'000 Franken, das höchstens bis im Jahr 2025 läuft. Das Fördermodell orientiert sich an der Einmalvergütung, wie es auch im Förderprogramm des Bundes gemacht wird.

Die Gemeinde hat sich selbst zum Ziel gesetzt, den Anteil an Solarstrom bis 2025 auf 5 bis 7 % zu erhöhen, momentan liegt er bei 0,9 %. Das entspricht einem jährlichen Zuwachs von 10 bis 20 Einfamilienhausdächern. Momentan liegt Zufikon mit dem Solarstrom eher im Hintertreffen: schweizweit ist der Anteil an Solarstrom bei ungefähr 1,5 %.

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