Es müssen schreckliche Momente gewesen sein, die J.E. (Name der Redaktion bekannt) in der Nacht auf letzten Sonntag erlebt hat. Die junge Frau schlief zusammen mit ihren Kindern im Bett, als plötzlich ein Mann in ihr Schlafzimmer eindrang und sich an ihr sexuell vergehen wollte. «Erst streichelte er mir übers Décolleté», erklärte J.E. gegenüber dem Regionalsender Tele M1. «Dann riss er mich am T-Shirt und am Arm aus dem Bett und hat versucht, meinen Mund zuzuhalten, damit ich nicht schreie.»

J.E. habe sich daraufhin mit Händen und Füssen gewehrt, worauf der Mann schliesslich die Flucht über die Terrassentür ergriff. Mit lautem Geschrei lief die junge Frau dem Übeltäter hinterher. Dabei weckte sie ihren Ehemann, der wegen einer Migräne in jener Nacht im Kinderzimmer schlief. Dieser verfolgte den Angreifer und konnte den offensichtlich betrunkenen Mann stellen. Als der Ehemann den mutmasslichen Täter zur Rede stellte, behauptete dieser, hier nur am Joggen zu sein.

Kein Grund für U-Haft

Nach einer kurzen Rangelei habe sich der Mann losreissen können und sei verschwunden. Doch es dauerte nicht lange, da stand der Unbekannte schon wieder vor der Tür der jungen Familie. Dieses Mal konnte er vom Ehemann so lange festgehalten werden, bis die Polizei eintraf und den Schweizer aus der Nachbarschaft abführte.

Zwar wurde ein Verfahren wegen Hausfriedensbruch und sexueller Nötigung gegen den Mann eröffnet. Der mutmassliche Täter ist aber bereits wieder auf freiem Fuss.

Fiona Strebel, Mediensprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft, erklärt dies gegenüber Tele M1 so: «Man kann eine beschuldigte Person nicht einfach so in Untersuchungshaft stecken. Neben dem dringenden Tatverdacht braucht es dafür zwingend zusätzlich mindestens einen Haftgrund, etwa Flucht- oder Verdunkelungsgefahr.»

Für die Beriker Familie, die seit dem Vorfall traumatisiert ist, ist das ein schwacher Trost. Sie fordert darum nun, dass der Mann aus der Nachbarschaft hinter Gitter muss. Bis dahingehend das letzte Wort gesprochen ist, will die Familie ihre Terrassentür mit einer Videokamera ausstatten, um eine Rückkehr des Übeltäters zu verhindern. (luk)