Muri
In Muri entstehen 54 Wohnungen auf genossenschaftlicher Basis

Am Wiliweg baut die Genossenschaft für Wohnkultur mit der Wohnsiedlung «Am Chatzebach» 54 Wohneinheiten auf genossenschaftlicher Basis. Der Bezug ist ab Frühjahr 2019 vorgesehen.

Eddy Schambron
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Christoph Käppeli, Präsident der Genossenschaft für Wohnkultur, mit Marlies Laubacher, Projektleiterin, bei der Grundsteinlegung vor viel Publikum.

Christoph Käppeli, Präsident der Genossenschaft für Wohnkultur, mit Marlies Laubacher, Projektleiterin, bei der Grundsteinlegung vor viel Publikum.

Eddy Schambron

Das war nicht nur eine Grundsteinlegung für eine neue Überbauung in Muri, es war auch eine für eine Idee: Am Wiliweg baut die Genossenschaft für Wohnkultur mit der Wohnsiedlung «Am Chatzebach» 54 Wohneinheiten auf genossenschaftlicher Basis. Ein Drittel davon sind Eigentumswohnungen, zwei Drittel Mietwohnungen.

Christoph Käppeli, Präsident der Genossenschaft, freute sich über den grossen Aufmarsch auch der künftigen Bewohnerinnen und Bewohner zur Grundsteinlegung, die er zusammen mit Projektleiterin Marlies Laubacher vornehmen konnte. In der vergrabenen Kiste befinden sich neben Baubewilligung verschiedene aktuelle Zeitdokumente.

«Nachhaltig»

Als «Herzensangelegenheit» bezeichnete der Murianer Gemeinderat Beat Küng, selber Bio-Bauer und Mitglied der Grünen, das Projekt: «Es hat sehr viele Parallelen zu einem Bio-Bauern, auch aus unternehmerischer Sicht», sagte er. Nachhaltigkeit koste zwar etwas, aber zahle sich, wie in der Landwirtschaft auch, auf lange Sicht aus. «Nachhaltig investieren bringt einen Mehrwert für die Allgemeinheit und für Muri als Gemeinde». Um eine Vision Realität werden zu lassen, brauche es unter anderem viel Herzblut und gute Arbeit. «Beides ist hier vorhanden, und mit der Genossenschaft ist das Vorhaben breit abgestützt».

Vom Kloster inspiriert

Noch nie so ein grosses Publikum hat der Zürcher Architekt Peter Baumberger an einer Grundsteinlegung erlebt. «Es ist eine Freude, dass auch so viele Leute, die die Siedlung beleben werden, anwesend sind.» Das Architekturbüro Baumberger und Stegmeier AG mit 30 Mitarbeitern sei seit je im genossenschaftlichen Wohnungsbau tätig. Die Überbauung «Am Chatzebach» nehme sich mit der Holzverkleidung im Umfeld der imposanten Klosteranlage bewusst zurück. Inspirieren von der Klosteranlage liessen sich die Architekten bei der Gestaltung des gemeinschaftlich geprägten Gartenraums. Weiter lobte Baumberger die gute Zusammenarbeit einerseits mit der Bauherrschaft, andererseits mit der Gemeinde.

Auf dem Markt

Bereits ist eine stattliche Anzahl der Wohnungen, die jetzt in die Höhe gezogen werden, verkauft oder vermietet. «Mit den andern gehen wir jetzt gezielt auf den Markt», führte Käppeli aus. Interessant sei das Projekt auch für potenzielle Geldgeber. Um Genossenschafterin oder Genossenschafter zu werden, ist es nicht nötig, auch eine Wohnung zu mieten oder zu kaufen. Jede natürliche und juristische Person kann sich mit mindestens 2000 Franken Anteil beteiligen.

Die Genossenschaft für Wohnkultur bezweckt den Erwerb von Grundstücken sowie deren Bebauung und Betrieb nach bestimmten Grundsätzen. So steht die Erstellung von gemeinnützigen Genossenschaftswohnungen für die Mitglieder zu tragbaren finanziellen Bedingungen und die Förderung der Durchmischung in den Wohnsiedlungen an oberster Stelle. Die Wohnsiedlung «Am Chatzebach» ist das erste Projekt der Genossenschaft.