Bezirksgericht Bremgarten
In Kiosk eingebrochen, geklaut und gehascht: Mehrfach vorbestrafter Tunesier verurteilt

Das Bezirksgericht Bremgarten verurteilte einen Tunesier, der seit einem Jahr als Flüchtling in der Schweiz lebt und schon einiges auf dem Kerbholz hat. Doch der 31-Jährige erschien nicht einmal zur Verhandlung.

Walter Christen
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Der Angeklagte verschaffte sich, zusammen mit einem Komplizen, gegen den ein separates Strafverfahren läuft, unberechtigterweise Zugang zu einem Kiosk. Die beiden hoben den Rollladen hoch und schlugen eine Scheibe ein. (Symbolbild)

Der Angeklagte verschaffte sich, zusammen mit einem Komplizen, gegen den ein separates Strafverfahren läuft, unberechtigterweise Zugang zu einem Kiosk. Die beiden hoben den Rollladen hoch und schlugen eine Scheibe ein. (Symbolbild)

Keystone

Die Anklagepunkte gegen den 31-jährigen Tunesier: Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Missachtung eines Aufenthaltsverbots, Betäubungsmitteldelikte sowie versuchter und geringfügiger Diebstahl. Die Staatsanwaltschaft fand, ein arabischer Dolmetscher sei notwendig an der Verhandlung gegen den vorbestraften Mann, der sich wegen diverser Vergehen vor Bezirksgericht Bremgarten zu verantworten hatte.

Doch so weit kam es gar nicht, weil der Beschuldigte bereits zum zweiten Mal der Gerichtsverhandlung unentschuldigt fernblieb. Man wisse derzeit nicht einmal, wo er sich aufhalte, stellte Gerichtspräsident Lukas Trost fest.

In einem Jahr viermal verurteilt

Seit einem Jahr lebt der Tunesier als Flüchtling in der Schweiz. Und er hat schon einiges auf dem Kerbholz – sein Strafregisterauszug umfasst zwei Seiten. Viermal hat ihn ein Gericht in diesen zwölf Monaten rechtsgültig verurteilt. Zudem sass er 25 Tage in Untersuchungshaft.

Dass er den Bogen überspannt und seinen bisherigen Aufenthalt in der Schweiz schamlos ausgenützt hat, scheint den inzwischen untergetauchten Delinquenten überhaupt nicht gestört zu haben.

Der Angeklagte verschaffte sich, zusammen mit einem Komplizen, gegen den ein separates Strafverfahren läuft, unberechtigterweise Zugang zu einem Kiosk. Die beiden hoben den Rollladen hoch und schlugen eine Scheibe ein. Während sich sein Kumpel im Kiosk umsah, stand der Angeklagte draussen Schmiere.

Laut Anklage ging um 1.44 Uhr der Alarm los. Der Beschuldigte klaute im Kiosk noch rasch mehrere Pakete Zigaretten, packte einen Losständer und rannte davon. Die beiden Einbrecher richteten einen Sachschaden an, der sich auf 3000 Franken belief. Auf ihrer Flucht drangen die beiden Einbrecher im Nachbardorf in ein altes, leerstehendes Einfamilienhaus ein, wo sie übernachteten.

Drogen in einem Park versteckt

Zur Missachtung der Ein- beziehungsweise der Ausgrenzung durch den Tunesier kam es, als sich dieser trotz schriftlich ausgehändigter Verfügung erneut an einem Ort aufhielt, von dem er weggewiesen worden war. Und schliesslich noch die Betäubungsmitteldelikte: In einer Parkanlage wurde der Angeklagte von der Regionalpolizei dabei beobachtet, wie er mehrere Gegenstände unter einem Busch versteckte.

Die Kontrolle ergab, dass es sich um 15,9 Gramm Marihuana und um 5,6 Gramm Haschisch handelte. Die Ware wollte der Beschuldigte, der selber Drogen konsumierte, verkaufen.

Im Abwesenheitsverfahren verurteilte das Bezirksgericht Bremgarten den tunesischen Flüchtling zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten und einer Busse von 200 Franken; die Staatsanwaltschaft hatte 18 Monate beantragt.