Widen

In jedem Märchen kommt ein Prinz als der grosse Retter

Szenenbild aus der Hauptprobe zur neuen Produktion des Jugendtheaters.

Szenenbild aus der Hauptprobe zur neuen Produktion des Jugendtheaters.

Das Jugendtheater feiert am Wochenende mit dem neuen Stück «Schneewittchen» Premiere.

Wie würde die Geschichte vom Schneewittchen und den sieben Zwergen wohl in der heutigen Zeit daherkommen – im Zeitalter von Hashtags auf Instagram und Likes auf Facebook? Die Macher vom Jugendtheater Widen haben die Geschichte neu geschrieben. Am Freitag ist Premiere.

«Ihr glaubt das jetzt nicht! Ich bin entdeckt worden!», Schneewittchen ist ganz aufgeregt. Es stürzt in die Hütte der sieben Zwerge und kann sein Glück kaum fassen: «Sie wollen Fotos von mir machen, sie wollen mich berühmt machen. Sie richten mir einen eigenen Youtube-Channel ein und haben mir einen Computer geschenkt.»

Suche nach dem Schönheitsideal

Da staunen die Zwerge nicht schlecht: «Aber das isch jo en Öpfelcomputer . . .!», rufen sie. Und zeigen ganz verdutzt auf den riesigen, leuchtenden, roten Apfel auf dem Laptop. «Schneewittchen, da wäre ich vorsichtig . . .», sagen die einen. «Die von der Traumzentrale haben dir wohl den Kopf verdreht», sagen die anderen.

«Wir leben in einer extrem schnelllebigen Zeit, wo sich Nachrichten via Facebook und Twitter wie ein Lauffeuer verbreiten. Das wollten wir thematisieren», erklärte Evelyne Brader am Samstagnachmittag in der kurzen Pause anlässlich der Generalprobe in der Mehrzweckhalle Widen.

Zum Inhalt: Die Königin ist in die Jahre gekommen, sie ist nicht länger die Schönste im Land. Da nützen auch die Künste von Doktor Botox und Doktor White nichts mehr. So machen sich die Leute in der Traumzentrale auf die Socken, suchen wie verrückt nach einem neuen Schönheitsidol und finden schliesslich das Schneewittchen bei den sieben Zwergen hinter den sieben Bergen. Sie bauen sie auf: Über Nacht quasi hat es über 4000 Freunde auf Facebook und unzählige Followers auf Twitter und Instagram. Schneewittchen wird zum Hype.

Da ist der bösen Königin jedes Mittel recht, um Schneewittchen aus dem Weg zu räumen. Zum Beispiel mit einem vergifteten Apfel – aber keine Angst: In jedem Märchen kommt ein Prinz, der seine Auserwählte rettet.

«Die Kinder konnten sich dieses Jahr extrem schnell identifizieren mit den Texten», stellte Evelyne Brader fest. Auch dieses Jahr hatte die Regisseurin zusammen mit Co-Regisseur Thomas Müller den Text geschrieben. Neu zum Team stiess dieses Mal Ralph Wiedemeier. Er half ebenfalls mit beim Texten der spritzigen Dialoge und schrieb die Musik zum Stück. Es ist jedes Jahr wieder erstaunlich zu sehen, wie viel Zeit und Energie die vielen Helfer hinter der Bühne investieren, um dem Publikum ein tolles Theater zu präsentieren.

Entstanden ist ein fantasievoller Mix zwischen klassischem Grimm-Märchen und modernem Internet-Krimi mit tollen Kostümen und eindrucksvollem Bühnenbild, gespielt von 26 enthusiastischen Schauspielkindern.

Aufführungen: «Schneewittchen und der Spiegel der Wahrheit», Freitag/Samstag, 18./19. November, jeweils 19.30 Uhr, Sonntag, 20. November, 15.00 Uhr, in der Mehrzweckhalle Widen.

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