Fischbach-Göslikon
In Fischbach-Göslikon ist ein neues Quartier für 350 Leute geplant

Ein Fabrikgelände von Beerli Holzwaren soll einer Spezialzone mit Wohnungen und Gewerbenutzung zugeteilt werden. Der Baustart dürfte allerdings nicht vor 2017 erfolgen.

Lukas Schumacher
Merken
Drucken
Teilen
Im Endausbau in rund 15 Jahren könnten auf dem heutigen Beerli-Firmengelände 200 neue Wohnungen entstehen, in denen 350 Personen leben. sl

Im Endausbau in rund 15 Jahren könnten auf dem heutigen Beerli-Firmengelände 200 neue Wohnungen entstehen, in denen 350 Personen leben. sl

Das Unternehmen Beerli Holzwaren gibt den Produktionsstandort Fischbach-Göslikon auf. Der Betrieb mit den zwei Dutzend Mitarbeitenden wird in zwei oder drei Jahren geschlossen. «Nach heutigem Stand wird es im Lauf des Jahres 2017 so weit sein», teilte am Donnerstag Firmenmitinhaber Stephan Beerli mit.

Weder der Gemeinderat Fischbach-Göslikon noch die Firmenbesitzer und Grundeigentümer Beerli wollen eine grossflächige Industriebrache mitten in der ländlichen Reusstalgemeinde schaffen. Daher entwickelten sie gemeinsam eine umfangreiche Variantenstudie, unter Mitwirkung der kantonalen Abteilung Raumentwicklung und in Zusammenarbeit mit Fachplanern. Diese Variantenstudie zeigt auf, was man wie auf dem grossen Firmenareal realisieren sollte. Das Gelände in der Nähe der Kantonsstrasse ist stattlich.

Es umfasst 41 700 m2, wovon rund 30 000 m2 dem Baugebiet zugeteilt sind. 25 000 m2 befinden sich in der Gewerbezone, 5000 m2 in der Dorfzone.

Viele Etappen, vielfältige Nutzung

Das Beerli-Areal soll möglichst bald der Spezialzone «Widacher» zugeschlagen werden. Angestrebt wird eine maximal sechsstöckige Siedlung, die in mehreren Bauetappen über Jahre hinweg Schritt für Schritt verwirklicht werden soll. Nebst rund 200 Wohnungen sowie 225 unter- und oberirdische Parkplätzen ermöglicht die Spezialzone auch Gewerbenutzungen wie Verkaufsläden, Gaststätten, Büros oder eine Nutzung für öffentliche Bauten und Anlagen der Gemeinde.

Entstehen soll keine gleichförmige Überbauung mit maximal möglicher Ausnützung, sondern ein gefälliges neues Quartier, das zwar der verdichteten Bauweise Rechnung trägt, aber auch eine hohe Wohn- und Lebensqualität bietet. Die Bruttogeschossfläche will man auf rund 22 000 bis 25 000 m2 beschränken und sie nicht ausdehnen auf rund 40 000 m2, was an sich möglich wäre.

Auch die Ausnützungsziffer soll mit rund 0,75 verhältnismässig bescheiden ausfallen. Dennoch wird das geplante neue Quartier im Vergleich zu den überwiegend ländlich geprägten Wohngebäuden im 1600 Einwohner zählenden Reusstaldorf einen markanten städtebaulichen Akzent aufweisen. Noch nicht endgültig beantwortet ist die Erschliessungsfrage. Der Kanton Aargau verlangt, dass die Erschliessung von der Kantonsstrasse her zwingend über eine Gemeindestrasse erfolgen muss.

So gehts weiter

Die Projektunterlagen zum Grossvorhaben kann man im Gemeindehaus besichtigen. Bis 4. August haben Dorfbewohner Gelegenheit, mitzureden und sich schriftlich zu äussern. Nebst dem Planungsbericht werden im Gemeindehaus auch die vorgesehene Zonenplanänderung und der Entwurf der Bau- und Nutzungsordnung präsentiert. Eingaben will der Gemeinderat prüfen, sie allenfalls in die Planungsunterlagen aufnehmen und das Gesamtpaket zur Vorprüfung nach Aarau schicken.

Danach folgt in Fischbach-Göslikon die öffentliche Auflage der Planwerke. Laut Gemeindeschreiber Lukas Jansen soll danach die öffentliche Auflage wenn immer möglich im September anlaufen, sodass die Gemeindeversammlung am 27. November dieses Jahres über die Spezialzone «Widacher» befinden kann. Sofern die Gemeindeversammlung Fischbach-Göslikon Ja zur Umzonung sagt, wird ein Architekturwettbewerb für einen Gestaltungsplan durchgeführt. Sobald ein rechtskräftiger Gestaltungsplan vorliegt, können die ersten Überbauungsschritte eingeleitet werden.

Als frühstmöglicher Baubeginn für die erste «Widacher»-Realisierungsetappe gilt das Jahr 2017. Ob tatsächlich schon in drei Jahren die ersten Baumaschinen aufs Gelände fahren, wird sich zeigen.