Kirchenpflege

In der Villmerger Kirche lernen Flüchtlingskinder bald Deutsch

In der reformierten Kirche gehen bald auch Flüchtlingskinder ein und aus. zvg

In der reformierten Kirche gehen bald auch Flüchtlingskinder ein und aus. zvg

Die reformierte Kirchenpflege reagiert auf Appelle des Kantons und der Landeskirche. Teile der Kirche werden vermietet, damit Flüchtlingskinder dort Deutsch lernen können. Bereits im März soll der Unterricht beginnen.

Die reformierte Kirchenpflege Wohlen hat eine Antwort auf das Flüchtlingselend: Sie vermietet dem kantonalen Sozialdienst einen Teil der Kirche in Villmergen, damit dort der Deutschunterricht für Flüchtlingskinder erteilt werden kann. Das teilt die Kirchenpflege im Publikationsorgan «Nöis vo de Chile» mit.

Christliches Gebot der Stunde

Der Kanton suche dringend Räume für den Deutschunterricht für Flüchtlingskinder, damit diese später in die regulären Schulklassen eingegliedert werden können, stellt die Kirchenpflege fest. «Als Kirche haben wir eine soziale Verantwortung. Darum hat die Kirchenpflege beschlossen, dass wir als christliche Gemeinde unseren Beitrag zur Linderung des Flüchtlingselends leisten», heisst es in der Mitteilung. Die eigenen kirchlichen Veranstaltungen in Villmergen würden durch den Deutschunterricht nicht tangiert.

Die reformierte Aargauer Landeskirche installierte 2015 eine Anlaufstelle für Fragen zu Asyl und Migration und rief die Kirchgemeinden auf, sich für die Flüchtlinge zu engagieren. Diesem Appell seien bereits einige Kirchgemeinden gefolgt, teilt Frank Worbs, Leiter der Stabsstelle Kommunikation der Aargauer Landeskirche, mit. Gleiche Bestrebungen sind auch bei der katholischen Landeskirche und in den Kirchgemeinden im Gang.

Die ersten Flüchtlingskinder sollen ihren Einschulungsvorbereitungskurs im März im Untergeschoss der reformierten Kirche in Villmergen aufnehmen können, sagt Josef Baur, Vizepräsident der Kirchenpflege. Ein weiteres Schulzimmer soll später im Erdgeschoss der Kirche eingerichtet werden. Für die Organisation des Unterrichtes ist der Kanton zuständig. Dieser stellt auch die Lehrperson an, teilt Daniela Diener, stellvertretende Leiterin Kommunikation des Departements Gesundheit und Soziales, mit. Im Ganzen seien in Villmergen zwei Klassen geplant. Bevor der Unterricht beginnen kann, muss die Gemeinde aber ein Umnutzungsgesuch für die betroffenen Räume bewilligen.

Die Kirchenpflege hat mit den zuständigen Stellen vereinbart, dass sie die Räume dem Kanton mietweise überlässt. Über den vereinbarten Mietzins gibt Baur keine Auskunft. Ungewiss sei, wie lange der Unterricht für Flüchtlingskinder in Villmergen dauern werde, sagt Baur. «Das hängt von der weltweiten Lage und der weiteren Zuwanderung von Asylsuchenden ab.»

Wie weiter mit der Kirche?

Generell steht die weitere Nutzung der Kirche in Villmergen auf dem Prüfstand. Denn es steht eine aufwendige Gesamtsanierung an. Diese könnte die Kirchgemeinde aber wohl nicht verkraften. Nachdem man sich bisher an verschiedenen Kirchgemeindeversammlungen nicht auf einen gemeinsamen Nenner einigen konnte, startet die Kirchenpflege dieses Jahr einen weiteren Versuch: Das Thema soll dieses Jahr an einer ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung erneut diskutiert werden. Wann die Versammlung stattfindet, ist noch nicht bekannt.

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