Wohlen
In der Kantonsschule Wohlen wird eine Woche lang vegan gegessen

An der Kantonsschule Wohlen finden die Spezialwochen statt. Miriam Dusej leitet zum zweiten Mal das Projekt «Vegan Kochen» und kocht jeden Tag gemeinsam mit ihren 16 Schülerinnen und Schülern. An diesem Tag wird libanesisch gegessen.

Sarah Künzli
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An der Kantonsschule Wohlen wird vegan gekocht
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Baba Ghanoush wird aus Auberginen gemacht.
Es wird fleissig geschnippelt und gehackt.
Für das Hummus werden die Kichererbsen püriert.
Die Falafel-Bälchen werden geformt und in heissem Öl frittiert.
Vegane Lebensmittel sind teuer, deshalb hat Leiterin Miriam Dusej Sponsoren für diese Woche gebraucht.
Auch backen kann man vegan.
Die Walnüsse werden zerkleinert bevor sie im veganen Dessert landen.
Nach dem Kochen die Belohnung: Es darf alles aufgegessen werden.
Die Fladenbrote können bedeckt werden.
Wenn es Leiterin Miriam Dusej schmeckt, haben die Schüler gute Arbeit geleistet.

An der Kantonsschule Wohlen wird vegan gekocht

Sarah Künzli

Sich eine Woche lang vegan ernähren, das ist nicht jedermanns Sache. Doch an der Kantonsschule Wohlen ist man offen für Neues. Während der Spezialwochen lernen 16 Schülerinnen und Schüler unter der Leitung von Miriam Dusej, wie man vegan kocht.

«Ich bin Vegetarierin. Weil ich kein Fleisch esse, fehlen mir gewisse Nährstoffe. Hier in dieser Woche lerne ich, wie ich diese ersetzten kann», sagt Marisa Saxer, eine der Schülerinnen.

Manche haben aber auch ganz andere Gründe, warum sie an dieser Vegan-Woche teilnehmen: «Meine Eltern sind in Italien in den Ferien und ich habe befürchtet, ich würde verhungern», erklärt Pia Feld schmunzelnd. Andere interessieren sich einfach nur für das etwas speziellere Kochen.

Baba Ghanousch und Hummus

«Heute kochen wir libanesisch», sagt Leiterin Miriam Dusej und schreibt Rezepte an die Wandtafel: Baba Ghanoush, Hummus und Falafel.

In Vierergruppen eingeteilt, machen sich die Schüler hinter den Herd.

Auberginen werden gekocht, Kichererbsen püriert, Kräuter klein gehackt. «Es ist schon das zweite Mal, dass ich das vegane Kochen leite», teilt Miriam Dusej mit. Letztes Jahr war das vegane Kochen Teil ihrer Maturaarbeit.

Nun hat man sie für dieses Jahr wieder angefragt. Mit Begeisterung sagte sie zu. «Kochen ist meine grosse Leidenschaft. Dies mit Interessierten teilen zu können, ist einfach super!», sagt sie.

Vegan ist vielfältig

Ziel sei es nicht, die Schüler dazu zu bringen, sich nur noch vegan zu ernähren. Es gehe darum, den Schülerinnen und Schüler die Idee der veganen Ernährung zu erklären.

Sie wolle zeigen, wie vielfältig man auch vegan kochen kann.

«Das vegane Kochen braucht Fantasie und Kreativität», sagt Miriam Dusej und behält dabei jede Kochgruppe ganz genau im Auge.

Selber sei sie keine Veganerin, das heisst eigentlich nur hobbymässig. «Wenn ich selber oder mit Freunden zusammen koche, dann immer vegan», erklärt sie, als sie gerade mit einem Schüler die Falafel-Bällchen im Öl frittiert.

Tofu ist nicht gleich Tofu

Auf einem Fladenbrot werden die verschiedenen Sachen verteilt. Alle setzten sich an den Tisch. «Libanesisch isst man mit den Händen», erklärt Miriam Dusej und wartet auf die Reaktionen der Schüler. «Schmeckt speziell, aber gut», sagt einer der Schüler. Eine Reaktion, die sie diese Woche schon mehrmals gehört hat. Das Staunen der Schüler sei immer schön zu sehen, wenn sie merken, wie gut vegan schmecken kann.

Beim veganen Essen müsse man immer auch beachten, wo man die Produkte kaufe und welche Marke es sei, es gäbe geschmackliche Unterschiede. «Die Sojamilch aus der Migros mag ich nicht, dafür ist jene im Coop sehr gut», gibt sie ein Beispiel. Am Mittwoch seien sie in einer Tofu-Fabrik gewesen, auch da gab es viele Schüler, die Tofu plötzlich mochten.

Veganes Frühstück

Nach dem Essen wird alles abgewaschen, wenn auch nicht besonders euphorisch. Danach gibt es wieder einen Theorieblock, wie schon vor dem Essen.

Dabei werden die gesundheitlichen Aspekte von veganem Essen, die Tierhaltung, Tofu und die Auswirkungen tierischer Produkte näher beleuchtet.

«Seit wir den Film über die Tierhaltung geschaut haben, bin ich Vegetarierin», gesteht eine der Schülerinnen. «Ich konnte seither einfach kein Fleisch mehr sehen.»

«Morgen werde ich euch zeigen, wie gut veganes Frühstück schmecken kann», verkündet Miriam Dusej bevor sie ihre Schüler entlässt.

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