Boswil
In den Weltkriegen wurde hier Torf gestochen

Die drei idyllischen Weiher wurden in den 60er-Jahren künstlich angelegt.

Toni Widmer
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Toni Widmer

Die Entstehungsgeschichte der Weiher im Boswiler Feldenmoos ist auf der Website des Fischereivereins Boswil aufgeführt. Hier kann man nachlesen, dass in diesem Gebiet bereits im Ersten Weltkrieg Torf zu Brennzwecken abgebaut worden ist. Die Torfschicht hatte dort eine Mächtigkeit von vier bis fünf Metern. Wie hoch das Moor einst gewesen ist, kann man laut den Ausführungen am Stein ablesen, der neben dem Brunnen im Feldenmoos steht. Er zeige die ungefähre Höhe des Geländes vor dem Abbau.

Auch im Zweiten Weltkrieg war mangels Kohle Torf als Brennstoff sehr beliebt. Um den Transport zu erleichtern, wurde damals eine neue Strasse durch das Feldenmoos gebaut. Und zwar, wie auf der Website weiter nachzulesen ist, auf eine spezielle Art: «Zuerst wurde der Torf bis auf den lehmigen Untergrund auf zirka 5 m Breite und 4 bis 5 m Tiefe abgeteuft. Auf dem Lehmboden wurden Prügel und Äste in engem Verband als Knüppeldamm ausgelegt und dann mit Kies ab Wand auf 40 bis 50 cm Stärke aufgefüllt. Diese Methode hat sich sehr gut bewährt und wird auch heute noch bei Waldwegbauten auf nassen und wenig tragfähigen Böden angewendet.»

Gebiet wieder aufgeforstet

Nach dem Torfabbau wollte man das Gebiet wieder mit Wald bestocken. Das erwies sich jedoch wegen der stark vernässten und humusarmen Böden als nicht ganz einfach. So wurde zu Beginn der 60er-Jahre vorerst ein Kanal entlang der Strasse gebaut. In den kalten Wintern 1962/63 und 1968/69 wurden schliesslich drei Weiher unterschiedlicher Grösse mit einer totalen Fläche von rund 70 Aren ausgehoben. Mit dem anfallenden Aushub füllte man das Gelände so weit auf, bis der Grundwasserstand für eine Aufforstung idealere Voraussetzungen bot.

«Die Landschaft hat durch die Anlage dieser Weiher an Wert entscheidend gewonnen. Die leider in den letzten Jahren durch Bauten aller Art in ihrer Existenz stark bedrängten Amphibien haben hier eine neue, sichere Heimstätte gefunden. Auf den Wäldern und Wiesen des Oberniesenberger Ausserholzes wie auch aus dem Hinterforst spenden Quellen stets reichlich das erforderliche Wasser für die Weiher», zieht der Fischereiverein auf seiner Website eine positive Bilanz.