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In Bremgarten entsteht ein neuer Stadtteil mit 167 Wohnungen

In Bremgarten entsteht eine neue Wohnsiedlung zu Baukosten von 75 Mio. Franken. Diese wird auf dem Gelände der einstigen Papierfabrik zu stehen kommen.

Lukas Schumacher
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Im Frühling 20016 soll die erste Etappe auf dem Fabrikareal gestartet werden.

Im Frühling 20016 soll die erste Etappe auf dem Fabrikareal gestartet werden.

Lukas Schumacher

In der ehemaligen Bremgarter Karton- und Papierfabrik hat ein Exodus eingesetzt. Allmählich verlassen Kleingewerbler, die sich hier eingemietet hatten, die alten Gebäulichkeiten in der Unterstadt unweit der Reuss. Die Liegenschaften sind dem Abbruchhammer geweiht, sie weichen einer grossen Wohnsiedlung.

Zwei Kleinunternehmer müssen noch nicht ausziehen. Sie wehrten sich, pochten auf frühere Vereinbarungen und erreichten ein Bleiberecht bis Ende Oktober. Daher musste die Bauherrschaft den Beginn der Abbrucharbeiten verschieben. Gemäss dem überarbeiteten Terminplan startet der Abbruch im November 2015 und endet im März 2016.

Ein süsser Duft und 2,2 Hektaren Land

Anfang 2004, vor gut 11 Jahren, hat das Unternehmen Pawefa die Papierproduktion in der Unterstadt Bremgarten aufgegeben. Dies aus wirtschaftlichen Gründen, aber auch wegen Geruchsemissionen, die bei der Papierherstellung entstanden. Je nach Windrichtung wurden Städtchenbewohner teilweise zünftig von einem süsslichen, unangenehmen Geruch belästigt.
Pawefa, inzwischen ein reines Immobilienunternehmen, verkaufte Ende 2014 den Grossteil des einstigen Papierfabrikareals an die Anlagestiftung Avadis in Baden. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen die Siedlung auf dem 2,2 Hektaren grossen Gelände realisieren. (sl)

114 zum Mieten, 53 zum Kaufen

Die Abbruchgenehmigung liegt vor, die Neubaubewilligung soll bald folgen. Soeben reichte die Bauherrschaft – gemeinsame Bauherren und Landeigentümer sind das Immobilienunternehmen Pawefa (Hünenberg) und die Anlagestiftung Avadis (Baden) – im Rathaus Bremgarten das umfangreiche Baugesuch ein; als Projektverfasser zeichnen die BSS Architekten (Schwyz). Total 167 Wohneinheiten sollen erstellt werden, davon 114 Mietwohnungen à Zweieinhalb- bis Viereinhalbzimmer, 30 Eigentumswohnungen sowie 23 Reiheneinfamilienhäuser. Geschäftslokalitäten/Gewerberäume vorne am Augraben komplettieren die geplante Siedlung.

Im Weiteren sind 207 Tiefgaragenplätze mit einer gemeinsamen Zu- und Wegfahrt bei der Austrasse sowie 28 oberirdische Autoabstellplätze für Besucher vorgesehen. Grosszügig fällt die Grünzone aus, die in den Gesuchsunterlagen als «urwaldähnlicher Aussenraum» beschrieben wird, der gebildet werde durch eine ein bis zwei Meter hohe Grundstruktur aus Sträuchern, eine Staudenebene, eine Gräserebene sowie durch diverse Einzelbäume.

20 und 55 Millionen Franken

In den Gesuchsunterlagen sind die Gesamtbaukosten mit 75 Millionen Franken (ohne Land) aufgeführt. 20 Millionen soll die Überbauung der Baufelder 1 und 2 samt den Geschäfts- und Gewerberäumen vorne am Augraben kosten. Mit 55 Millionen zu Buche schlägt die Realisierung auf den restlichen Baufeldern 3 bis 8, die ausschliesslich dem Wohnen dienen. In mehreren Etappen soll der neue Stadtteil im Lauf der nächsten Jahre entstehen. Die erste Bauetappe will man im Frühjahr 2016 auslösen und bereits im Herbst 2017 vollenden.

Gemäss Baugesuch noch offen sind das Material- und Farbkonzept der neuen Siedlung. Ebenfalls noch nicht beantwortet ist die Frage des Energieträgers. Immerhin steht die Beheizungsart der neuen Siedlung namens «Am Ufer» fest: Wärmepumpen. Das zweiteilige Baugesuch, das auf einem rechtskräftig genehmigten Gestaltungsplan fusst, kann man bei der Bauverwaltung Bremgarten bis zum 4. August begutachten. Bis dann sind schriftliche Einwendungen beim Stadtrat möglich.

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