Steuern
In Berikon soll Steuerfuss um 15 Prozent steigen

«Mit einem Steuerfuss von 77 Prozent, wie wir ihn jetzt haben, werden wir die Ausgaben schon in diesem Jahr nicht decken können», klagt der Beriker Gemeindeammann Stefan Bossard.

Andrea Weibel
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Steuerfusserhöhung

Steuerfusserhöhung

Aargauer Zeitung

«Im nächsten Jahr kommen zusätzliche 1,2 Millionen dazu, die wir nicht beeinflussen können», sagt Stefan Bossard. Darum sieht sich der Gemeinderat gezwungen, den Steuerfuss zu erhöhen - und zwar massiv. Er budgetiert neu einen Steuerfuss von 92 Prozent, also eine Erhöhung von satten 15mProzent.

Abwälzungen des Kantons

«Bleiben wir beim heutigen Steuerfuss, erwartet uns ein Fehlbetrag von 2,9 Millionen», rechnet der Ammann vor. Die treibenden Faktoren dafür seien vor allem die enormen Abwälzungen des Kantons, die Betriebskosten des Sport- und Freizeitzentrums Burkertsmatt, das 2011 eröffnet wird, sowie die Zahlungen an regionale Verbände wie beispielsweise die Regionalpolizei. Zusammen mit den bewilligten Investitionsausgaben fehlen der Gemeinde zur Finanzierung der Verwaltungsrechnung 2011 rund 7,2 Mio. Franken.
Trotzdem Minus von 600 000 Fr.

«Dass wir mit der Steuererhöhung von 15 Prozent nicht zu hoch gerechnet haben, erkennt man daran, dass auch mit dieser Massnahme noch immer ein Aufwandüberschuss von gut 600 000 Franken bleiben wird», macht Bossard bewusst.

Sparpotenzial ausgeschöpft

«Wir haben erneut sämtliche Abteilungen aufs kleinste Detail geprüft, um Sparpotenzial zu finden», sagt der Ammann. «Nun sind wir an dem Punkt angekommen, wo wir nicht weiter sparen wollen.» Vizeamtsfrau Rosmarie Groux erklärt: «Wir wollen unsere gute Lebensqualität halten. Wir dürfen nicht zugunsten eines niedrigeren Steuerfusses bei Posten wie der Bildung oder dem Gesundheitswesen sparen.» Bossard resi-gniert: «Die Erhöhung des Steuerfusses ist das allerletzte Mittel, das dem Gemeinderat noch bleibt. Jetzt ist die Zeit dafür gekommen.»