Beinwil
In Beinwil gibts in ein paar Jahren bald 220 Einwohner mehr

Beinwil wird, verteilt auf einige Jahre, 20 Prozent mehr Einwohnerinnen und Einwohner haben. Mit der Überbauung des Gebiets Steinmatt werden etwa 110 neue Wohneinheiten entstehen.

Eddy Schambron
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Wo jetzt noch der Mais steht, werden in Zukunft Wohnbauten erstellt. Erste baureif erschlossene Parzellen sollen im Frühjahr 2015 erhältlich sein. ES

Wo jetzt noch der Mais steht, werden in Zukunft Wohnbauten erstellt. Erste baureif erschlossene Parzellen sollen im Frühjahr 2015 erhältlich sein. ES

An einer Informationsveranstaltung hat der Gemeinderat den Gestaltungsplan zusammen mit Fachleuten einem grossen, interessierten Publikum vorgestellt. Eines der wichtigsten Ziele ist, das neue Quartier gut an das bestehende Ortsbild anzupassen, ohne moderne Wohnformen zu behindern. Die öffentliche Auflage des Plans dauert von 25. August bis 23. September. Die ersten Landverkäufe sollen ab März 2014 erfolgen, zeigt sich Gemeinderätin Helen Suter optimistisch.

Gestaltungsplan Steinmatt: Ehrgeiziger Terminplan

Bis zum heutigen Stand dauerte es seine Zeit. «Wir prüften verschiedene Varianten», sagte Gemeindeammann Albert Betschart. «Die Überbauung ist für unsere Gemeinde sehr wichtig und wir wollten allen Anliegen gerecht werden.»
Jetzt kommt der Gestaltungsplan bis 23. September in die Auflage; am Samstag, 23. August, ist zudem von 9 bis 12 Uhr und am Freitag, 29. August, von 17 bis 20 Uhr, im Gemeindehaus eine allgemeine Auskunftserteilung anberaumt. Bis Oktober 2014 sollen allfällige Einwendungen ausgeräumt beziehungsweise darüber entschieden sein. Bis im Februar erwartet der Gemeinderat die Genehmigung durch des Departement Bau, Verkehr und Umwelt. An der Gemeindeversammlung am 28. November soll zudem das Verkaufskonzept verabschiedet werden. Die ersten Landverkäufe sollen ab März 2015 erfolgen. (es)

«Wir sind uns bewusst, dass eine solche grosse Überbauung Chancen und Risiken birgt», unterstrich Suter. Der Gestaltungsplan dient unter anderem dazu, die Risiken klein zu halten, indem er klar definierte Rahmenbedingungen schafft. Eine davon ist, dass sich das neue Quartier gut an das Ortsbild von regionaler Bedeutung anpasst. «Die Zunahme der Einwohnerzahl tut der Gemeinde gut», zeigte sich Gemeindeammann Albert Betschart überzeugt. Er erinnerte an die Schule, die gerade ausgebaut wird, und an zusätzliche Steuereinnahmen.

Spannende Aussenräume

Die Überbauung des Gebiets Steinmatt sieht einerseits Mehrfamilien-, andererseits etwa 17 Einfamilienhäuser vor, wie Urs Meier von der Cerutti Partner Architekten AG, Ebikon, ausführte. Die Mehrfamilienhäuser stehen so zueinander, dass sich jeweils ein Hof bildet. «So ergeben sich spannende Aussenräume.» Die Häuser werden unterschiedlich gross und aus verschiedenen Typen bestehen. Bei der Fassadengestaltung soll auch ein guter Teil Holz Verwendung finden. Die Dächer werden unterschiedlich als Sattel- oder als Flachdächer ausgebildet.

Es wird ein öffentlicher Platz entstehen, der auch für das Spiel der Kinder geeignet ist, sowie eine Begegnungszone ohne Verkehr und eine mit Langsamverkehr. Das ganze Gebiet wird verkehrstechnisch über drei Zugangspunkte erschlossen; die meisten Autos verschwinden in Tiefgaragen. Ebenfalls sind die drei Entsorgungspunkte so definiert, dass der Kehrichtwagen nicht ins Quartier fahren muss. Öffentliche Fussgängerwege verbinden das neue Quartier mit dem Ortskern. Der offengelegte Wiehnachtsbach ist einerseits eine Begrenzung der Baulinie, andererseits bereicherndes Naturelement des Quartiers. «Es wird ein sehr durchgrüntes Quartier werden», betonte Meyer.

Der Gestaltungsplan weicht in verschiedenen Punkten von der allgemeinen Nutzungsplanung ab, legte Michael Wüthrich vom Büro Metron dar. Das ist aber nur dort möglich, wo damit siedlungstechnisch und landschaftsgestalterisch bessere Ergebnisse erzielt werden.

Preis noch nicht bekannt

An der nächsten Gemeindeversammlung wird der Gemeinderat das Verkaufskonzept zur Genehmigung vorlegen. Dann werden auch die Preise für die Parzelle bekannt, wie Helen Suter ausführte. «Aber wenn Sie verfolgen, was in der Umgebung bezahlt wird, werden sie das Preisniveau ziemlich genau abschätzen können.»