Roger Federer, Musiker, Frauen und mehrere Menschenfiguren: Die neue Ausstellungsreihe «Raum für Kunst» im Armehuus Villmergen bot ein breites Programm, bei dem man unter anderem auch einem Künstler bei der Arbeit mit der Kettensäge über die Schulter schauen konnte.

Die grosse Veranstaltung «S’Armehuus stellt us» im August ist fest im kulturellen Leben Villmergens verankert. Nun hat der Initiant des Anlasses, Ruschy Hausmann, eine neue Reihe ins Leben gerufen. «Raum für Kunst», nennt er sie. Er habe im Haus, in dem er wohnt, dem ehemaligen Armenhaus von Villmergen, eben die Möglichkeit für Kunstevents, erläuterte Hausmann. Die neue Reihe soll die bestehende nicht ablösen, sondern ergänzen. Er selber zeigte in der Ausstellung, die von Freitag, 15. Mai, bis Sonntag, 17. Mai, stattfand, neben Akt-Torsos vor allem Skulpturen aus Holz. Der fleissige Hausherr hat es sich nicht nehmen lassen, für die neue Ausstellung auch neue Kunstwerke zu erschaffen.

Ein Künstler, mit dem sich Hausmann regelmässig austauscht, ist Pirmin Breu, der über die Jahre eine ganz eigene Spray- und Maltechnik entwickelt hat. Im Zentrum von Breus Schaffens stehen Strichmännchen, wobei jedes einen ureigenen Charakter besitzt, auch wenn sie mit wenigen Strichen hingeworfen sind. Da ist der Hippie, ein anderes Strichmännchen führt sich auf, als wäre es ein König. Neu malt Breu die Strichmännchen so, dass sie zusammen eine Figur ergeben, zum Beispiel einen Totenkopf. Weil er einfach drauflos legt, sei es jeweils sehr spannend zu erleben, ob eine Idee aufgeht, berichtete er. Weitere Strichmännchen fanden sich auf alten Holzplatten oder zusammengefügt zu einer farbenfrohen Installation.

Schnell und spontan

Den Menschen in all seinen Facetten ist es, den Elke Delimar interessiert. Spontan malte sie Szenen, die ihr auf Ferienreisen oder bei Konzerten begegnet sind. Sie mache das sehr schnell, meinte sie, wobei ihre gegenständlichen Bilder dennoch sehr präzise ausgeführt sind. Auf jeden Fall gelingt es ihr, den Zauber des Momentes einzufangen. Daneben zeigte Delimar auch Werke mit Ornament-Mustern.

Christina Friedli zeigte verschiedene Serien ihres Schaffens, zum Beispiel «Renaissance», eine Auseinandersetzung mit Kindern und dem Mütterlichen. Je nach Motiv wählte sie eine gegenständliche oder abstrakte Ausdrucksweise.

Neben Barbara Enzler und Sabine Guenter zeigte weiter die Villmergerin Daniela Frutiger ihr Schaffen. Frutiger ist Sportfotografin und fotografiert im In- und Ausland Fussball, Tennis und Eishockey. Für die Ausstellung fertigte sie verschiedene Collagen aus ihren Fotografien an, die sie auf Leinwand drucken liess. Die Collage mit Bildern von Roger Federer enthielt die Originalunterschrift des Schweizer Ballkünstlers.

Laut und zart

Der Künstler Uinsinn Bateman bevorzugt ein lautes Gestaltungsmittel: die Kettensäge. Er zeigte am Samstag, wie er mit dem lärmigen Gerät ein Stück Holz in ein Kunstwerk verwandelt. Bateman bestreitet als Kettensägekünstler auch Wettkämpfe und produziert neben Skulpturen lebendige Massivholzmöbel.

Bateman legte seine Motorsäge jeweils zur Seite, wenn Margrit Konrad ihre Texte vorlas. Konrad schreibt ausschliesslich in Mundart. Sie schilderte Alltagszenen, die sie beobachtet hat, mit feinen Zwischentönen.