Bremgarten

Imkerin Alexandra Abbt ist sich sicher, dass der Bundesrat falsch liegt

Islisbergs Gemeindeammann Alexandra Abbt kämpft für mehr Biodiver- sität, mehr Eigenverantwortung und weniger Pestizide. ROB

Islisbergs Gemeindeammann Alexandra Abbt kämpft für mehr Biodiver- sität, mehr Eigenverantwortung und weniger Pestizide. ROB

Beim Dienstagstreff «Morgenstund» in der St.-Josef-Stiftung zeigte sich Alexandra Abbt, Imkerin und Gemeindeammann in Islisberg, besorgt und kämpferisch. Sie ist überzeugt, dass die Varroa-Milbe nicht der einzige Grund für das Bienensterben ist.

Weit über tausend Imker gibt es im Aargau, aber Alexandra Abbt ist nicht eine von vielen, sondern eine mit Profil. Aufgrund ihrer bald 10-jährigen Erfahrung ist sie überzeugt, dass sich Bundesrat Johann Schneider-Ammann nicht vertieft mit der Thematik des Bienensterbens auseinandergesetzt hat.

Im März sagte dieser, dass zurzeit einzig die Varroa-Milbe als Grund für das Bienensterben aufgeführt werden könne.

Varroa-Milbe nicht einziger Grund

Alexandra Abbt differenziert: «Es ist klar, dass die Milbe einer der Gründe für das Bienensterben ist, aber sicher nicht der einzige.» Die Varroa-Milbe gebe es bereits seit 30 Jahren, das «grosse Bienensterben» habe hingegen erst vor sechs Jahren eingesetzt.

Abbt spricht von schleichender Vergiftung der Bienenvölker durch Pestizide in der Landwirtschaft und in Privatgärten: «Was in den Privatgärten gespritzt wird, ist jenseits von Gut und Böse. Das Gift, das gegen den Buchsbaumzünsler eingesetzt wird, ist reines Bienengift.» Allein der Kontakt mit dem Pestizid reiche, um eine Biene zu töten.

Abbt führt in der Folge weitere Gründe für das Bienensterben an. «Die Vitalität der Bienen nimmt stetig ab. Wer immer genau das Gleiche isst, wird irgendwann anfällig.» Dabei geht es konkret um die Eiweissnahrung der Bienen, die aus Blütenpollen besteht. Wenn die Artenvielfalt abnimmt, nimmt gleichzeitig die Pollenvielfalt und somit die Nahrungsvielfalt der Bienen ab.

Eine weitere Entdeckung beunruhigt die Imkerin: Abbts Bienen, die sich wie alle Bienen unter anderem am Erdmagnetfeld orientieren, rea- gieren heftig auf ihr Smartphone. Als die Tiere bei einem ihrer Besuche im Stock plötzlich aggressiv reagierten, wurde ihr bewusst, dass sie ihr Telefon dabei hatte. Als sie es das nächste Mal draussen liess, verhielten sich die Bienen normal.

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