Die leicht abfallende Geländeform mit guter Sonnen- und Aussichtslage erlaubt ein praktisch vollständiges Zusammenbauen der Häuser, ohne dass ein einzelnes Gebäude benachteiligt wird. Diese als Teppichsiedlung bezeichnete Bauweise gilt als Weiterentwicklung des Reihenhausgedankens. Realisiert werden sollen auf der betreffenden Parzelle im Zufiker Rank 15 Mietwohneinheiten mit Einstellhalle, Gebäude, Transformatorenstation, Parkierung und zugehörigen Anlagen. Da es sich um ein Gestaltungsplangebiet handelt, war die Zustimmung des Kantons erforderlich. Die Erschliessungsanlagen waren Gegenstand eines eigenen Baugesuchsverfahrens und wurden separat behandelt.

Im April/Mai vorigen Jahres erfolgte die öffentliche Auflage des Baugesuchs für die Siedlung Rigiblick. Ende November 2018 hat der Gemeinderat Zufikon die Baubewilligung erteilt. Im März soll mit den Bauarbeiten begonnen werden. Bis im Herbst 2020 soll die Überbauung mit den Dreieinhalb- und Viereinhalb-Zimmer-Wohnungen fertiggestellt und bezugsbereit sein. Die Rumi Generalbau AG in Bremgarten investiert als Bauherrschaft rund 10 Millionen Franken, die Landkosten nicht eingerechnet. Die Pläne stammen von der Ruch Architekten AG in Bremgarten.

Zuerst wird eine neue Zufahrt mit eigener Einspurstrecke erstellt, damit die Baustelle installiert werden kann. Für den Bau der Siedlung sind keine Pfählungen und Rammarbeiten erforderlich. Das Grundstück befindet sich auf einer relativ flachen Zone am sonst recht steilen Südwesthang des Mutschellens. Es handelt sich um eine Restfläche in Fortsetzung der dicht überbauten Zone im Hammergut, dreiseitig umgeben von einer mehrspurigen, neuen Verkehrsanlage mit Strassen, Bahntrassee, Brücken, Kreisel, Bahnhaltestellen, Fuss- und Radwegen. Die Breite dieser befestigten Verkehrszone beträgt 25 bis 35 Meter, was zweimal der Breite einer Autobahn entspricht.

Siedlung mit Lärmarchitektur

Die ausserordentlich lärmexponierte Lage bedingt eine mit gestalterischen Massnahmen sich selbst vor den Immissionen schützende Überbauung, wobei in dieser Teppichsiedlung die sogenannte Lärmarchitektur zum Tragen kommen wird. Mit den von der Lärmquelle abgewandten oder durch Flügelmauern geschützten Wohn- und Schlafräumen können die Auflagen ohne Lärmschutzmauern eingehalten werden. Die in der Tiefe gestaffelten und sich in der Reihe wiederholenden Bauteile sind in die leicht geneigte Hanglage eingebettet und als Überbauung trotz ihres Volumens aus dem Tal kaum wahrnehmbar.

Die verdichtete Einfamilienhaussiedlung übernimmt die Fluchten der Hammergut-Siedlung, setzt die Volumen aber flacher und tiefer ins Gelände und kann auch als Weiterentwicklung der unweit davon befindlichen Überbauung Belvédère gesehen werden.

Privatsphäre trotz Nähe

Ziel ist die Schaffung einer individuellen Kollektivität, das heisst, eine Privatsphäre trotz und durch Nähe. Ein erstes Projekt mit zwei abgewinkelten Bauten, versetzten Aussenbereichen und Lärmschutzwänden wurde vom Kanton als nicht lagetauglich bezeichnet und mit der Empfehlung zur Planung einer reihenhausartigen Überbauung zurückgewiesen.

Die Siedlungsqualität begründet Architekt Markus Ruch im baulichen Umfeld des Überbauungskonzepts mit der Orientierung an der bestehenden Siedlung Hammergut und führt das reihenhausähnliche, dichte und nach hinten versetzte Bebauungskonzept weiter. «Der Gebäudeteil schmiegt sich, ähnlich einem Rebberg, terrassiert ins Gelände ein und wird dadurch schwer einsehbar. Die flache Bauweise bewahrt Wohnungen und Aussenbereiche vor den Emissionen des Verkehrs. Die an dieser Lage fast ausschliesslich einzig mögliche Bebaubarkeit bezüglich des Lärmschutzes ergab sich nach verschiedenen Versuchen und der Mitarbeit von Kanton und Bauphysikern. Die Siedlung passt sich ohne grosse Terraineingriffe der bestehenden Topografie ideal an», so der Architekt zur Qualität der geplanten Siedlung Rigiblick.