Kallern
Im Restaurant Niesenberg liegt eine Leiche im Keller

Die Premiere der Operettencollage «Leiche im Keller» im Restaurant Niesenberg war ein voller Erfolg. Die Besucher kamen in den Genuss einer amüsanten Handlung, in deren Verlauf man diversen bekannten Operetten begegnete.

Hanny Dorer
Merken
Drucken
Teilen
Bei herrlichem Wetter trifft sich eine vielzahl Zuschauer auf dem Niesenberg
15 Bilder
La Jalousie begleitet den Abend musikalisch
Wirt Jürg Meyer begrüsst die Gäste
Haushälterin Elisi Ambach (Hanna Matti)
Chiri Biri (Barbara Suter) bezirzt Treuhänder Roderich Ruppiger
Das Ensemble an der Tafel
Die Herren finden gefallen an den Damen
Stimmungsvoller Operettengenuss
Leiche im Keller: Die Operette auf dem Niesenberg
Die gierige Chiri Biri (Andrea Suter) freut sich ob dem vermeintlich geerbten Familienschmuck
Das Gericht beschuldigt den treuhänder Roderich Ruppiger (Niklaus Rüegg) der Veruntreuung von Geldern
Die erstochene Tante Amélie von Gunten (Hanna Matti) erweckt zu neuem Leben
Wiederwillig entkleidet der Truehänder die Tante ...
... und hält ihre Unterhose
Das gesamte Ensemble

Bei herrlichem Wetter trifft sich eine vielzahl Zuschauer auf dem Niesenberg

Emanuel Freudiger

Liebe, Geld, Verwicklungen und ein bisschen Krimi – die üblichen Zutaten einer Operette fehlen auch bei der neuesten Operettencollage «Leiche im Keller» von Hanna Matti nicht. Einmal mehr bildet die lauschige Gartenwirtschaft des Restaurants Niesenberg eine prächtige Kulisse und der plätschernde Brunnen vor der Bühne unterstreicht noch die einzigartige Atmosphäre.

Die letzten Sonnenstrahlen begleiten den Apéro, dazu spielt das Salonorchester La Jalousie unter der Leitung von Sabine Bachmann gediegene Musik. Nach einem erfrischenden Salatbouquet mit zartem Basilikumschaum hebt sich der imaginäre Vorhang und die Haushälterin Elisi (Hanna Matti) deckt den Tisch für die Gäste von Tante Amélie von Gunten. Diese hat eingeladen, um ihre Nichte Georgette (Barbara Suter) und die Tochter ihrer besten Freundin, Hélène (Andrea Hofstetter) über ihr Testament in Kenntnis zu setzen.

Erbschaft in Aussicht

«Die Wirtschaft, die läuft miese», singt der ebenfalls anwesende Treuhänder und Bundesratskandidat Roderich Ruppiger (Niklaus Rüegg), spielt dabei auf die Eurokrise an und lässt durchblicken, dass er das Erbe von Tante Amélie gerne an sich reissen möchte. Doch auch Georgette, genannt Chiri-biri, und Helene, genannt Frou-frou, haben schon konkrete Pläne, was sie mit dem Geld der Tante anfangen könnten, und geraten sich darob in die Haare.

Das alles passiert natürlich in Form von bekannten Operettenliedern, darunter auch ein herrliches Duett von Andrea Hofstetter und Barbara Suter und einem rassigen French Cancan. Inzwischen ist auch Sigismund Gratwohl (Alois Suter) eingetroffen und besingt den Kaiserschmarrn als beste Medizin. «Die Röcke rauschen frou-frou-frou» tönt es im Quartett, doch als Georgette sich mit «Meine Lippen, die küssen so heiss» an Ruppiger heranmachen will, nimmt dieser Reissaus.

So richtig gruselig wird es erst nach dem Hauptgang, bei dem die Gäste die Wahl zwischen Fisch und Fleisch haben. Es beginnt zwar ganz harmlos: «I muss in einem frühern Leben a Reblaus gwesen sein» singt Sigismund und ahmt perfekt den unvergesslichen Hans Moser nach.

Mord oder Unfall?

Ein greller Blitz, ein Poltern und Krachen, dann erscheint Ruppiger und singt «Ich habe Ihre Tante geschlachtet» – oder ist sie etwa nur die Kellertreppe hinuntergefallen? Wie Hanna Matti später erklärt, stammt der Text von Frank Wedekind, die Musik dazu hat ihr Bruder Max Suter geschrieben.

Wie dem auch sei: Jedenfalls taucht die Leiche (Hanna Matti) aus dem Keller quicklebendig wieder auf, Sigismund gibt sich als Amélies Sohn zu erkennen, und zum Schluss finden zwei Liebespaare zueinander. Dies allerdings nicht ohne weitere Ohrwürmer und dem abschliessenden «Servus».

Inzwischen ist es trotz heisser Musik kühl geworden und man ist froh um die bereitgelegten Wolldecken. Weitere Aufführungen der Operettencollage finden morgen Freitag,
10.August, sowie am 13. August statt. Infos: www.niesenberg.ch