Wohlen
Im nächsten Jahr wird am Steuerfuss nichts geschraubt

Das Gemeindebudget 2016 basiert auf dem unveränderten Steuersatz von 113%

Lukas Schumacher
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2016 der grösste Investitionsbrocken der Gemeinde Wohlen: 2,2 Mio. Franken für den Hochwasserschutz Bünztal.

2016 der grösste Investitionsbrocken der Gemeinde Wohlen: 2,2 Mio. Franken für den Hochwasserschutz Bünztal.

Lukas Schumacher

Toll sehen die Haushaltszahlen fürs nächste Jahr zwar nicht aus, beunruhigend aber auch nicht. «Das Budget 2016 kann man als grundsolide bezeichnen», betonten am Donnerstag Gemeinderat Bruno Breitschmid und Gemeindeammann Walter Dubler im Gemeindehaus Wohlen; Breitschmid betreut ad interim das Finanzressort anstelle des aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Gemeinderats Markus Gsell.

Das ausgewogene Zahlenwerk sei gewiss mehrheitsfähig, sagte Breitschmid. Der Budget-Debatte vom 12. Oktober im Einwohnerrat sieht die Gemeindebehörde daher zuversichtlich entgegen, genauso der am 22. November geplanten Budget-Abstimmung der Stimmberechtigten an der Urne.

«Steuerertrag vorsichtig budgetiert»

Keine Veränderung erfährt der Steuersatz. Die mit 15 700 Bewohnern klar grösste Freiämter Gemeinde setzt auf den bisherigen Steuerfuss von 113%. Damit komme Wohlen nächstes Jahr einigermassen vernünftig über die Runden, hiess es im Gemeindehaus.

Eine Steuersenkung halte man bei der angespannten Haushaltsituation für absurd und eine Steuererhöhung für politisch nicht umsetzbar. Die vorsichtig budgetierten Gemeindesteuer-Einnahmen 2016 betragen 36,65 Mio. Franken, inklusive Quellen- und Aktiensteuern. Dieser Betrag liegt nur rund 100 000 Franken über dem erwarteten Steuerertrag 2015.

Laut Ammann Walter Dubler beläuft sich der Wohler Steuerfuss genau besehen auf knapp 111%. Nach wie vor bezahle die Gemeinde die Entsorgungskosten für Grüngut, Papier, Glas etc aus den Steuergeldern. Diese jährlichen Aufwendungen von 765 000 Franken entsprächen nämlich 2,3 Prozentpunkten des Steuerfusses.

Defizit von 1,6 Mio. Franken

Rund 60,5 Mio. Franken beträgt nächstes Jahr der Betriebsaufwand der Einwohnergemeinde. Unter dem Strich wird ein Defizit (operatives Ergebnis) von 1,6 Millionen Franken erwartet. Weil man aus der Wohler Aufwertungsreserve 2,5 Millionen entnimmt, resultiert letztlich ein Plus (Ertragsüberschuss) von rund 890 000 Franken.

«Selbstverständlich wollten wir kein operatives Defizit ausweisen», führte Bruno Breitschmid aus. Allerdings sei zu berücksichtigen, dass im Budget 2016 Abschreibungen in Höhe von 3 Millionen Franken enthalten sind und der Wohler Haushalt einen beachtlichen Pluspunkt aufweise: «Die Nettoschuld unserer grossen Gemeinde ist recht bescheiden, sie lag Ende 2014 bei bloss 4,2 Mio. Franken, wird nun aber zunehmen.»

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